Eintracht-Trainer Dino Toppmöller (li.) sieht sich und sein Team 4 Spieltage vor Saisonende in einer „brutalen Ausgangsposition“. Eintracht-Kapitän Kevin Trapp (re.) kehrte in Augsburg mit einer Topleistung ins Tor zurück. Fotos: Moni Pfaff (li.) & Victor von der Saar
„Wir haben eine brutale Ausgangsposition und wollen unbedingt gewinnen!“ Mit diesen emotionalen Worten anlässlich der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Topspiel am kommenden Samstag (26. April/18.30 Uhr Waldstadion) machte Eintracht-Trainer Toppmöller deutlich um wieviel es ihm und seinem Team gegen den aktuell stärksten Verfolger aus Leipzig geht. Vier Spieltage vor Saisonende steht das junge Team von Eintracht Frankfurt auf Bundesliga-Platz 3 (52 Punkte/58:42 Tore) mit einem 3-Punkte-Vorsprung auf den kommenden Gegner (49/48:38), der mit einem Auswärtserfolg in Frankfurt mit den „Adlern“ gleichziehen könnte.

Spannende Tabellenkonstellation
Auf Platz 5 folgt der wieder formstarke SC Freiburg (48 Punkte/Auswärtsspiel in Wolfsburg), vor dem etwas schwächelnden Team von Mainz 05 (47/Auswärtsspiel beim FC Bayern) und dem unter Frankfurts Ex-Coach Nico Kovac wieder erfolgreicher auftretenden BVB aus Dortmund (45/Auswärtsspiel in Hoffenheim). Da die Verfolger Leipzig (gegen den vielleicht schon als Meister feststehenden FC Bayern), Freiburg (gegen den im Umbruch befindlichen Leverkusen-Kader), Dortmund (gegen den formschwachen VfL Wolfsburg) am 32.Spieltag unisono Heimspiele gegen Gegner absolvieren könnten, die nicht mehr mit vollstem Fokus unterwegs sind, und nur die Eintracht in Mainz auf einen Gegner trifft, der noch mit allen Kräften um die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb kämpfen muss, weist Dino Toppmöller zurecht auf die „brutale Ausgangsposition“ und die „wichtigen drei möglichen Punkte“ gegen Leipzig hin.
Wer ersetzt Mario Götze im offensiven Mittelfeld?
Seit dem verletzungsbedingten Ausfall von Mario Götze in der 17. Spielminute des mit 0:1 verloren gegangenen Europa-League Viertelfinalrückspiels gegen Tottenham, läuft es im offensiven Mittelfeld der Eintracht nicht mehr rund. Weder gegen Tottenham (als Chaibi für Götze eingewechselt wurde) noch beim speziell in der ersten Halbzeit enttäuschenden 0:0 beim FC Augsburg (wo Toppmöller hinter einer Doppelspitze Ekitiké/Batshuayi wieder den erneut schwachen und zur Halbzeit ausgewechselten Chaibi sowie den wenig kreativ spielenden Larsson aufstellte), wurde deutlich, dass die bisherigen Götze-Stellvertreter keine Lösung der aktuellen Torflaute sein können.

Erhält Can Uzun gegen Leipzig seine Chance?
Auf die Frage des SJF-Journals, warum Can Uzun bislang keine Alternative als Götze-Stellvertreter sei, verwies Toppmöller auf dessen Startelf-Einsatz gegen Heidenheim (ausgewechselt in der 61. Minute) und dessen Einwechslung gegen Tottenham (in der 58. Minute für Stürmer Bahoya). „Er hat also Einsatzzeit bekommen“, stellte Toppmöller klar. Fakt ist jedoch, dass NACH der Götze-Verletzung gegen Tottenham bislang lediglich Chaibi (1 Tor/1 Vorlage) auf dessen Position spielen durfte, während der trotz wenig Spielzeit gegenüber Götze (3 Tore/2 Assists) sogar erfolgreichere Saison-Scorer Uzun (4 Tore/2 Assists) zuletzt keine Alternative war und in Augsburg überhaupt nicht zum Einsatz kam.

Trapp-Rückkehr mit starker Leistung in Augsburg
Zurück ins Eintracht-Tor kehrte in Augsburg Eintracht-Kapitän Kevin Trapp, der eine Woche zuvor in einem bemerkenswerten Interview seinen temporären Verzicht als Stammtorwart zugunsten des formstärkeren Stellvertreter Kaua Santos erklärt hatte und versprach das junge Torwart-Talent voll zu unterstützen. Eine schwere Verletzung (Kreuzbandriss), die sich Santos in der spielentscheidenden Szene gegen Tottenham zuzog, als er mit Maddisson zusammenprallte und laut VAR ein Strafstoßwürdiges Foul beging, veränderte die Torwart-Situation der Eintracht ad hoc. Kevin Trapp ist ab sofort wieder die Nummer 1 im Tor und lieferte in Augsburg eine starke Leistung ab. Ihm war es zu verdanken, dass am Ende ein mit Blick auf die Tabelle wichtiger Punkt gewonnen werden konnte, dem am Samstag drei weitere folgen sollten, um nach dem 34.Spieltag erstmals in der Eintracht-Geschichte eine Champions-League-Qualifikation über den Bundesliga-Wettbewerb feiern zu können. Jochen Golle



