Auf die Eintracht wartet ein unappetitliches Sandwich

Eintracht Frankfurt verteidigt gegen Heidenheim Buli-Platz 3

Sowohl für Eintracht-Trainer Dino Toppmöller als auch Heidenheims Chef-Coach Frank Schmidt (re. 2023 bei der 0:2-Niederlage in Frankfurt) steht am kommenden Sonntag im Waldstadion viel auf dem Spiel. Als Drittletzter will sich Schmidt beim Drittbesten als „unappetitliches Sandwich“ präsentieren. Foto (Archiv): Moni Pfaff

Frankfurt. Dem besten Heimspiel der Saison gegen den VfB Stuttgart (1:0-Heimsieg/Siegtor Götze), folgte bei der 0.2-Niederlage bei Werder Bremen das vielleicht schlechteste Eintracht-Auswärtsspiel. Sechs Spieltage vor Saisonende ist der Eintracht-Vorsprung (aktuell 48 Punkte) auf Rang 5 der Bundesliga durch die Werder-Pleite und den bei Redaktionsschluss gerade realisierten Freitagabend-Sieg von RB Leipzig (Platz 4 ebenfalls 48 Punkte/3:2 in Wolfsburg) auf nur noch zwei Punkte vor Mainz 05 (46 Punkte) geschrumpft. Mönchengladbach rückte durch den Punktgewinn am letzten Spieltag in St. Pauli (Rang 6/44) ebenfalls um einen Zähler an die Eintracht heran. Und selbst Borussia Dortmund (Rang 8/41) macht sich nach dem überraschenden 4:1-Auswärtssieg beim SC Freiburg noch Hoffnung auf Rang 4 und die Champions-League-Teilnehme in der kommenden Saison.

Ratlosigkeit bei Eintracht-Kapitän Koch (oben Mitte) nach der 0:2-Niederlage bei Werder Bremen. Auch der zur Halbzeit eingewechselte Stürmer Michy Batshuayi (unten) konnte kaum Akzente setzten. Fotos: Victor van der Saar

Sieg-Niederlage-Remis und nun?

Der schwachen Leistung in Bremen ließen die „Adler“ beim Europa-League-Auswärts-Remis am vergangenen Donnerstag in Tottenham wieder eine ansprechende Leistung folgen, wenngleich das 1:1 am Ende etwas glücklich zustande kam, weil die „Spurs“ zweimal die Latte trafen und Eintracht-Keeper Kaua Santos einen herausragenden Tag erwischte und in Halbzeit 2 zweimal in Weltklassemanier den Punkt rettete. Nach einem Sieg, einer Niederlage und einem Unentschieden trifft der Bundesliga-Dritte am kommenden Sonntag (Anstoß: 17.30 Uhr) auf den Drittletzten und 24 (!) Punkte schlechteren 1.FC Heidenheim. In welcher Form wird sich das diesmal als klarer Favorit auflaufende Toppmöller-Team am Sonntag im ausverkauften Waldstadion präsentieren?

Die zwei entscheidenden Szenen beim begeisternden 1:0-Heimsieg der Eintracht über den VfB Stuttgart. Erst kassierte Stuttgarts Al-Dakhil (links) nach einer „Notbremse“ an Ekitiké die Rote Karte, dann erzielte Götze (re.) 13 Minuten später in Abstauber-Manier den umjubelten Siegtreffer. Fotos: Moni Pfaff

„Es ist Crunch-Time und wir sind hungrig!“

Eintracht-Trainer Dino Toppmöller wirkte bei der Pressenkonferenz am Freitagnachmittag gefasst und auf die nächste sportliche Aufgabe fokussiert. Heidenheim sei ein „unappetitlicher Gegner“, aber man sei dennoch „gierig und hungrig auf drei Punkte“. Die Bundesliga sei das „Hauptgeschäft“ und man wisse um die eigene geschaffene gute Ausgangsposition. „Es ist Bundesliga-Crunch-Time und es geht nur darum dieses Spiel zu gewinnen“, stellte Toppmöller klar. Wie wichtig auch ihm persönlich das Erreichen der Königsklasse ist, deutete der Chefcoach in einer Antwort auf eine Frage nach möglichen Verkäufen talentierter Eintracht-Spieler, wie Torhüter Kaua Santos nach Saisonende in einem Nebensatz an. „Es liegt auch an uns, wie wir in der Bundesliga abschneiden. Dann können wir vielleicht das eine oder andere Argument mehr liefern, dass wir dann vielleicht keinen Spieler abgeben.“

„Unappetitliches Heidenheim-Sandwich“

Nach der überaus unglücklichen 0:1-Heimniederlage gegen Bayer Leverkusen gab sich Heidenheim-Trainer Frank Schmidt auf der Pressekonferenz vor dem Spiel in Frankfurt selbstbewusst. „Wir haben die letzten drei Auswärtsspiele (2:2 in Leipzig; 1:1 in Hoffenheim; 1:0 in Wolfsburg) nicht verloren und fahren mutig nach Frankfurt“, stellte Schmidt klar und korrigierte sogar einen fragenden Journalisten angriffslustig: „Sie haben nicht richtig zugehört, wir hoffen nicht, wir glauben daran, dass wir in Frankfurt etwas holen können!“ Sein Team wolle sich als „unappetitliches Sandwich“ zwischen Frankfurts Euro-League-Spielen präsentieren.

Heidenheim hofft auf defensive Eintracht-Schwäche

Schmidt habe sich die letzten Spiele von Eintracht Frankfurt genau gesehen und „alles erkannt“ was Frankfurt auszeichnet. Er lobte die Balleroberungen, das schnelle Umschalten und das „unheimliche Tempo auf vielen Positionen“. Er habe aber auch Schwächen in der Defensive gesehen, z.B. bei „Hereingaben in die Box“. „Sie sind in allen Bereichen top und stehen auf Platz 3 der Tabelle, aber bei den Kopfballduellen und den Hereingaben liegt eine Chance für uns, hofft der langjährige Heidenheim-Chefcoach auf defensive Schwächen der Eintracht. „Das haben wir die ganze Woche trainiert, da wollen wir ansetzten“, verriet Schmidt überraschend offen seinen Spielplan.

Bislang gab es nur Eintracht-Siege

Wie man gegen Eintracht Frankfurt etwas holen könne, so Frank Schmidt, hätten die Spieler des SV Werder Bremen gezeigt. Außerdem habe man auch aus den bisherigen Niederlagen gegen Eintracht Frankfurt gelernt. Die Bundesliga-Bilanz gegen die „Adler“ ist aus Sicht des 1.FC Heidenheim in der Tat ernüchternd. Bislang gab es in drei Duellen drei Eintracht-Siege mit insgesamt 8:1 Tore. In dem nun anstehenden vierten Duell steht aber erstmals für beide Teams Zukunftsweisendes auf dem Spiel. Erstmals droht Heidenheim nach fast zwei Jahren Bundesliga-Euphorie der Abstieg, während für Eintracht Frankfurt das Nichterreichen der Champions League aufgrund der 6 Spieltage vor Saisonende nahezu perfekten Ausgangsposition erstmals nach vielem Jahren eine sportliche Enttäuschung wäre. Jochen Golle

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