Mit Rekord-Tempo in das Buli-Finale

Eintracht Frankfurt empfängt den VfB Stuttgart

Die erfolgreiche Startelf der Frankfurter Eintracht, der nach drei Buli-Niederlagen in Bochum die Liga-Trendwende gelang. Entscheidenden Anteil an diesem wichtigen Erfolg hatten (Ersatz-) Torhüter Kaua Santos (3.v.l) und der neue „Bundesliga-Rekordsprinter Jean-Matteo Bahoya (2.v.r.). Foto: Victor Van der Saar

Nach der Länderspielpause startet die Fußball-Bundesliga in Ihre finale Phase. Acht Spieltage vor Saisonende empfängt Eintracht Frankfurt am kommenden Samstag (18.30 Uhr) im eigenen Stadion Vizemeister VfB Stuttgart. Ein richtungsweisendes Match für Cheftrainer Dino Toppmöller und sein Team, dessen sportliches Ziel aufgrund der Tabellensituation mindestes Rang 4 und das Erreichen der Champions-League sein muss.

Drei Punkte Vorsprung verteidigen

Während Platz 1 (FC Bayern/62 Punkte) und Rang 2 (Bayer Leverkusen/56) wohl bereits vergeben zu sein scheinen, entwickelt sich der Kampf um die Königsklasse spannend wie schon lange nicht mehr. Platz 3 belegt das aktuell überraschend formstarke Team von Mainz 05 (45) mit einem 2-Tore-Differenzvorsprung auf die punktgleiche Eintracht. Dahinter folgen mit RB Leipzig und Freiburg (je 42 Punkte), Borussia Mönchengladbach (40), der VfL Wolfsburg (39), FC Augsburg (38) und der auf Rang 10 abgerutschte Vizemeister VfB Stuttgart (37), welcher zuletzt im eigenen Stadion einen 2:0-Vorsprung gegen Meister Leverkusen (Endstand 3:4) verspielte. Erst auf Rang 11 folgt das „Starensemble“ von Borussia Dortmund, mit 10 Punkten Rückstand auf einen Champions League-Platz.

Sebastian Hoeness hat verlängert

Beim kommenden Gegner aus Stuttgart hat Sebastian Hoeness, an dem bis vor Wochenfrist RB Leipzig Interesse gezeigt haben soll, für Viele überraschend seinen Vertrag verlängert. Die Schwaben kämpfen am Samstagabend wohl um die allerletzte Chance nochmals im Rennen um die ersten vier Plätze mitmischen zu können.

Stuttgart seit 5 Spielen sieglos

Doch bei den seit fünf Spieltagen sieglosen Schwaben läuft es aktuell nicht rund. Nach dem vorzeitigen Ausscheiden aus der Champions-League hat man zwar das DFB-Pokal-Halbfinale gegen RB Leipzig (2. April, 20.45 Uhr) erreicht, doch in der Bundesliga lediglich in Hoffenheim (1:1) und Kiel (2:2) einen Punkt geholt. Die Heimspiele gegen Wolfsburg (1:2), den FC Bayern (1:3) und zuletzt Leverkusen gingen allesamt verloren. Der letzte VfB-Sieg datiert vom 8. Februar beim 2:1 in Dortmund. Bis auf den Langzeitverletzten San-Axel Zagadou stehen Trainer Hoeness in Frankfurt wohl alle Stammspieler zur Verfügung.

Die siegreiche Eintracht-Startelf vor dem 4:1-Heimsieg gegen Ajax Amsterdam und Einzug in das Euro League-Viertelfinale). Foto: Moni Pfaff

Eintracht-Formkurve wieder positiv

Anders verläuft derzeit die nach der Auswärts-Niederlage beim FC Bayern (1:4) und zwei Heimpleiten gegen Leverkusen (0:4) und Union Berlin (1:2), seit den beiden Europa-Pokal-Siegen gegen Ajax Amsterdam (2:1/4:1) wieder nach oben zeigende Eintracht-Formkurve. Der 3:1-Auswärtssieg beim heimstarken VfL Bochum hat die Stimmung unter den Eintracht-Fans wieder deutlich verbessert.

Zündet endlich! Jean-Matteo Bahoya erzielte gegen Ajax Amsterdam sein erstes Pflichtspieltor für Eintracht Frankfurt, ließ in Bochum den ersten Bundesliga-Treffer folgen und stellte mit 37,16 km/h die schnellste jemals in der Liga gemessene Sprintgeschwindigkeit auf. Fotos: Moni Pfaff

Neuer Rekords-Sprinter Bahoya

Erheblichen Anteil an dem aktuellen sportlichen Hoch der „Adler“ haben zwei Profis, die aus der zweiten Reihe ins Rampenlicht gerückt sind. Der erst 19-jährige Jean-Mattéo Bahoya erzielte sowohl gegen Amsterdam die 1:0-Führung, nach einer Traumkombination mit Sturmpartner Ekitiké, als auch das wiederum von Ekitiké vorbereitete vorentscheidende 2:0 in Bochum. Der Bochum-Treffer war zudem die Bundesliga-Torpremiere für den seit Januar 2024 bei Eintracht Frankfurt unter Vertrag stehenden Franzosen, bei zudem in diesem Match mit 37,16 km/h ein neuer Bundesliga-Speed-Rekord gemessen wurde (vormals Sirlord Conteh/Heidenheim). Dank Bahoya blüht auch dessen nach dem Marmoush-Abgang zu Manchester City etwas glücklos agierender Landsmann Ekitiké wieder spürbar auf.

Macht Santos eine Torwart-Frage auf?

Ebenfalls eine herausragende Leistung in Bochum bot der für den verletzten Stammtorhüter Kevin Trapp spielende Ersatzkeeper Kaua Santos, dessen Vielzahl erstklassiger Paraden den Auswärtserfolg in Bochum sicherten. Jener Santos, dessen bemerkenswerte Patzer bei der 1:3-Hinrundenniederlage am 21.Dezember 2024 gegen Mainz 05 für Aufsehen sorgten und das erst 21-jährige Torhüter-Talent temporär aus dem Rampenlicht beförderte. Ausgerechnet eine erneute Verletzung des Eintracht-Kapitäns Trapp verschaffte dem Brasilianer eine zweite und dritte Chance, die er gegen Ajax und in Bochum bravourös nutzte. Da Kevin Trapp zuletzt keine überzeugenden Leistungen zeigte und von Eintracht-Seite bei Redaktionsschluss keine Info über den Fitnesszustand des zu Wochenbeginn noch nicht voll trainierenden Ex-Nationaltorhüters vorlag, kann davon ausgegangen werden, dass Santos auch gegen den VfB Stuttgart im Eintracht-Tor stehen könnte.

Den Fluch der Vorsaison besiegen

Aufgrund der Torgefahr beider Mannschaften, Eintracht Frankfurt belegt gemessen an der Anzahl erzielter Bundesliga-Tore (54) hinter dem FC Bayern (75) und Leverkusen (59) Rang 3, Stuttgart mit 47 Toren hinter Wolfsburg Rang 5, dürfte es am Samstagabend im Waldstadion spektakulär zugehen. Die endlich wieder in Form gekommenen Eintracht-Profis kämpfen im Bundesliga-Endspurt auch gegen den Fluch der letzten Saison, in der aus den letzten acht Bundesligaspielen lediglich ein Heimsieg gegen den FC Augsburg gelang, bei vier Unentschieden gegen Union Berlin, Bremen, Gladbach und Leipzig, Niederlagen gegen den FC Bayern (1:2), Leverkusen (1:5) und den kommenden Gegner aus Stuttgart, der vor Jahresfrist im eigenen Stadion mit 3:0 gegen die Eintracht siegte. Das Hinspiel in dieser Saison gewannen allerdings die Hessen mit 3:2 in Stuttgart. Jochen Golle

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