Stehen nach vier sieglosen Pflichtspielen vor schwierigen Aufgaben: Cheftrainer Toppmöller (re.) und sein aktuell formschwacher Kapitän Robin Koch. Fotos: Moni Pfaff
Frankfurt (24.10.2025). Die 1:5-Niederlage im Champions League-Heimspiel gegen den FC Liverpool wirft aktuell viele Fragen über die Leistungsstärke des seit vier Pflichtspielen sieglosen Frankfurter Eintracht auf. Waren der Englische Meister, wie zuvor Bayern München (0:3) und Atletico Madrid (1:5 ) einfach nur zu stark, oder fehlen dem jungen Frankfurter Team aktuell formstarke Führungsspieler und eine eingespielte Achse, vom Torwart über das Mittelfeld bis in die Offensive?

„Mentale Aufbauarbeit“
Eintracht-Trainer Dino Toppmöller erklärte in gewohnt ruhiger Art, dass er nach der Liverpool-Pleite „mentale Aufbauarbeit“ leisten müsse, man „ruhig bleiben“ müsse um fortan „eine richtig gute Saison“ zu spielen. Sein Team bräuchte aktuell „Unterstützung und eine harte Hand“. Ob er nach nunmehr drei sehr hohen Niederlagen, bei dem sich sein Team nach Rückständen mehr oder weniger aufgegeben hat, und dem kurz vor Spielschluß kassierten Ausgleichstreffer beim SC Freiburg, auch einen etwas lauteren Ton angeschlagen hat, ließ der eloquente Fußballlehrer in der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen den FC St. Pauli offen.

Es fehlt eine stabile Achse
Nicht abstreiten konnte Toppmöller die Hinweise auf eine aktuell fehlende stabile Achse, welches das Team auch in kritischen Situationen führt. Auf der Torwartposition muss sich „Rein-Raus-Rein-Michael Zetterer“ erst wieder als Führungsspieler beweisen. Dass er bei seinem Comeback gegen Liverpool trotz zahlreicher guter Aktionen 5 Gegentreffer kassierte, erleichtert ihm diese Führungsaufgabe nicht. Vor ihm sucht Kapitän Robin Koch nach zahlreichen individuellen Patzern seine in der Vorsaison überragende Form. Dem Nationalspieler fehlt aktuell nicht nur das Selbstbewusstsein, sondern augenscheinlich auch die nötige Fitness, wie man beim verlorenen Laufduell gegen Ekitiké vor dem 1:1-Ausgleichstreffer deutlich erkennen konnte. Mario Götze („Er hat gegen Liverpool ein gutes Spiel gemacht“), der überraschend in der Startelf stand, sieht Toppmöller trotz verpasster Saisonvorbereitung in bereits guter Form.

„Es geht um das große Ganze“
Im Eintracht-Angriff hat Toppmöller noch keine Stammformation gefunden. Gegen den FC Liverpool verzichtete er zu Spielbeginn auf Uzun, Burkhard und Chaibi, ausgerechnet jenes Trio, das in dieser Saison bislang 13 Tore erzielte und 8 Tor-Vorlagen produzierte. „Es geht um das große Ganze. Alle Drei haben ihre Stärken bei Spielen mit viel eigenem Ballbesitz“, begründete Toppmöller den praktischen Total-Austausch seiner Offensive und stellte dafür den im Defensivverhalten gegen Liverpool-Kapitän van Dijk (Torschütze zum 1:2) völlig überforderten Ansgar Knauff als verkappten Mittelstürmer auf. Bis auf die ersten 30 Spielminuten, in denen Rasmus Kristensen, nach gewonnenem Zweikampf von Brown gegen Liverpools Wirtz und schöner Vorbereitung von Bahoya und Götze, die umjubelte 1:0-Führung erzielte, ist der Rotations-Plan von Toppmöller („hinten stabil stehen – mit Tempo umschalten“) letztendlich nicht aufgegangen.

Den nächsten Schritt machen
Am kommenden Samstag (Anstoß: 15.30 Uhr), wenn der FC St. Pauli im Waldstadion gastiert, müsste der Eintracht-Trainer konsequenterweise erneut eine Rotation im offensiven Bereich vornehmen, da davon auszugehen ist, dass seine Mannschaft mehr Ballbesitz haben dürfte als die ebenfalls seit 4 Pflichtspielen sieglosen Gäste, die in Folge in Stuttgart (0:2), gegen Leverkusen (1:2), in Bremen (0:1) und zuletzt am Millerntor der TSG Hoffenheim deutlich mit 0:3 unterlagen.
„Dass Du gegen Teams mit brutaler Qualität Tore kassierst, ist Fußball“, hakt Dino Toppmöller die 1:5-Heimpleite gegen den FC Liverpool mit verbaler Floskel ab, möchte mit seinem Team gegen St. Pauli „den nächsten Schritt auf Tabellenplatz 6 machen“ und mit einem Heimsieg am einen Zähler besseren Aufsteiger 1.FC Köln (11 Punkte) vorbeiziehen, der bei Borussia Dortmund als Außenseiter antritt.
Doch Vorsicht. Selbst bei einem Unentschieden, droht den „Adlern“ bei gleichzeitigen Siegen der punktgleichen TSG Hoffenheim (Heimspiel gegen Heidenheim), Union Berlin (9 Punkte/Auswärtsduell in Bremen), und Freiburg (9 Punkte/Auswärtsspiel in Leverkusen) der Absturz auf Tabellenplatz 10. Dann könnte bei der Eintracht ebenfalls das „Große Ganze“ auf dem Prüfstand stehen. Jogo
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Quelle: Eintracht Frankfurt/Youtube



