„Koch ist der beste deutsche Verteidiger“!

Eine Stunde Klartext: Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche bezog in einer Pressekonferenz u.a. zu Themen wie Transfermarkt, Talentförderung und Nationalelf Stellung. Foto: Moni Pfaff

Klartext von Sportvorstand Krösche

Frankfurt (08.September 2025). Fast eine Stunde lang dauerte die heutige Pressekonferenz von Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche vor dem Restart der Bundesliga nach der Länderspielpause, aufgrund vieler Fragen der sehr zahlreich anwesenden Journalisten.

Collins wurde „unfair“ behandelt

Zum Thema Nationalmannschaft und Transfermarkt gab es durchaus kritische Worte des sonst so besonnenen Sportvorstands. So nannte Krösche die sehr negative Berichterstattung und Behandlung des Nationalelf-Debütanten Nnamdi Collins als „unfair“. Collins habe seine Sache gut gemacht, und es habe einige andere Spieler gegeben, die ihre Leistung im Länderspiel gegen die Slowakei nicht erbracht hätten, weshalb es für Collins schwer gewesen sei, seine Stärken zu zeigen. Eintracht-Kapitän Koch, der nur gegen Nordirland zum Einsatz gekommen war, nannte Krösche den „aktuell besten deutschen Verteidiger, an dem „die Anderen“ erst einmal vorbeikommen müssten. Die Namen der mutmaßlich „Anderen“, Jonathan Tah und Antonio Rüdiger, nannte Krösche allerdings nicht namentlich. Auch die zuletzt mehrfach aufgekommene Kritik an der „Überlegenheit“ der englischen Premier-League teilt Krösche nicht.

„Mangelnder Talentförderung“

Vielmehr habe man in Deutschland viele Jahre die Entwicklung von Talenten verschlafen. Eintracht-Trainer Toppmöller habe aber den Mut gehabt, jungen Spielern eine Chance zu geben und ihnen auf persönlicher und inhaltlicher Ebene zu begegnen. Aus der U21 sei die Quote jener Spieler, die es in den Profibereich (bei der Eintracht und anderen Vereinen) geschafft haben, mit 50% ebenfalls sehr gut.

Kritik an Ausbildungspolitik

Auch die vorherrschende Ausbildungspolitik im Deutschen Fußball sieht Markus Krösche kritisch. Seiner Auffassung nach wird zu viel über „Formationen, taktische Ausrichtungen und allgemeine mannschaftsspezifische Themen diskutiert, als wieder den Fokus auf individuelle Ausbildung der Spieler zu Innen- und Außenverteidigern oder Mittelstürmern zu legen. „Man will immer von hinten herausspielen und vergisst dabei das Verteidigen“, präzisierte Krösche. Zudem gäbe es jede Menge „Achter“, im Gegensatz zu „Neunern“ oder „Zehnern“.

„Was ist ein klassischer Sechser?“

Auf die Frage, warum man bei der Eintracht keinen neuen „Sechser“ von internationaler Klasse verpflichtet habe, konterte Krösche mit zwei Gegenfragen: „Was ist ein klassischer Sechser“ und „warum muss man immer teure Spieler von außen holen, anstatt auf vorhandene Spieler zu setzen?“ Im eigenen Kader habe man diesbezüglich mit Chaibi und Hojlund zwei Spieler, die man sicher noch besser machen könne. Zudem hätten in der letzten Saison Larsson und Skhiri im defensiven Mittelfeld ebenfalls überzeugt. Insbesondere bei Chaibi, der auch aufgrund der Verpflichtung von Doan jetzt auf der zentralen Lieblingsposition spielen kann, sieht Krösche großes Potenzial.

„Sind auf Transfererlöse angewiesen“

Mit der für Eintracht Frankfurt eher ruhig verlaufenen Transfer-Periode ist Krösche „grundsätzlich zufrieden“. Die Abgänge von Leistungsträgern seien mit Burkardt, Doan und Zetterer gut ersetzt worden. Eintracht Frankfurt sei nach wie vor auf Transfererlöse angewiesen, weshalb man schon jetzt ein besonderes Augenmerk auf Bahoya und Uzun lege, die – so Krösche – zeitnah in den Fokus von Kauf-Interessenten gelangen könnten. Um die erfolgreiche Transferpolitik fortsetzen zu können (Talente preisgünstig verpflichten und weiterentwickeln), sei es wichtig die Dynamik des Marktes genau zu beobachten und beim Scouting noch schneller und effizienter zu werden. Ziel sei es immer wieder international zu spielen, weshalb man sich jetzt auf die kommende Champions-League freue, in der man eine „gute Rolle“ spielen möchte.

Erst gegen „Kasper“ dann kommt „Gala“

Die erste CL-Partie gegen Galatasaray Istanbul findet am 18. September (Anstoß: 21 Uhr) vor heimischer Kulisse statt. Nur drei Tage später (Sonntag, 21.9./15.30 Uhr) gastiert das Team von Union Berlin zum 4. Bundesliga-Spieltag in Frankfurt. Doch zunächst tritt das Team von Dino Toppmöller am kommenden Freitag (12.9./20.30h) beim noch sieglosen Vizemeister Bayer Leverkusen an, dessen Verantwortliche bereits nach zwei Spieltagen Cheftrainer Eric ten Hag entlassen haben. Sein Nachfolger ist der ehemalige dänische Nationaltrainer Kasper Hjulmand. jogo

Nachstehend der Link zur gesamten PK mit Markus Krösche.

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Quelle: Eintracht Frankfurt/Youtube

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