Adi Hütter nach Spielschluss. Foto: jogo
Frankfurt (08.08.26). Eintracht Frankfurt hat am Samstagnachmittag im ausverkauften Sportpark Dreieich bei brütender Hitze sein Testspiel gegen Hull City mit 2:0 gewonnen. Die Tore im 2×60 Minuten dauernden Match erzielten Jonathan Burkardt und der später eingewechselte Schwede Love Arrhov. Nicht im Kader waren u.a. die Neuzugänge Aseko und Otávio. Trainer Adi Hütter sprach nach dem Spiel gegenüber einigen Journalisten Klartext.
Nachfolgend einige Auszüge seiner teils scharfen Analyse zum Status quo bei Eintracht Frankfurt.

„Ordentliche Leistung, aber…“
Insgesamt habe sein Team gegen Hull City „ordentlich“ gespielt und dieser Test sei „absolut ok“ gewesen. Dennoch kritisierte er: „Ich habe aber auch Dinge gesehen, die mir nicht gefallen haben. Ich will einfach, dass wir noch häufiger nach vorne spielen. Gegen nur einen gegnerischen Stürmer brauchen wir keine fünf eigenen Defensivakteure“, kritisierte Hütter seine Mannschaft. Auch weil diese zu oft retour gespielt und sich nicht oft genug in der gegnerischen Hälfte festgesetzt habe.

Die Leistung vom Onyedika
„So ein Fehler geht gar nicht, und das weiß er ja auch selbst“, sprach Hütter einen kapitalen Fehlpass des als Führungsspielers verpflichteten Onyedika bei dessen erstem Eintracht-Auftritt überraschend deutlich an. Er sei aber erst drei Tag hier und es sei ihm lieber, wenn solche Fehler jetzt passieren. Natürlich könne Onyedika es besser. Man habe aber erkannt, dass er ein klarer Sechser sei, der seine Mitspieler und die Abläufe noch besser kennenlernen müsse.

Was ist los mit Noel Aseko?
Der sich selbst als „Straßenfußballer“ bezeichnende Aseko ist nach offiziellen Angaben der Eintracht mit einer bereits in Hannover zugezogenen Knieverletzung an den Main gekommen und fehlte in diesem Testspiel. Er soll nun langsam wieder aufgebaut werden und vielleicht am kommenden Mittwoch (Anstoß: 18.30 Uhr) im Stadtduell beim FSV Frankfurt erstmals im Eintracht-Trikot auflaufen. Sein Teamkollege Collins kann nach dessen Verletzung erst „langsam wieder ins Mannschaftstraining einsteigen“.
Darum spielte Otávio noch nicht
Auch der für die Innenverteidiger-Position vom portugiesischen Erstligisten Estrela Amadora verpflichtete Otávio stand trotz inzwischen erteilter Spielgenehmigung überraschenderweise nicht im Kader. Auch diesbezüglich sprach Hütter Klartext: „Er ist physisch noch nicht in der Verfassung, die ich mir vorstelle“ und wies auf den „nicht zu unterschätzenden Leistungsunterschied“ zwischen erster portugiesischer Liga und der Bundesliga hin.

„Diese jungen Spieler sollen erkennen wie weit sie noch weg sind“
„Er hat fast schon zu stark angefangen, weiß aber, dass er schon besser gespielt hat“, bewertete Hütter den nach gutem Start eher schwachen Auftritt von Linksverteidiger Keita Kosugi. Und auch Innenverteidiger Julian Etse („Diese jungen Spieler können in solchen Testspielen selbst erkennen, was ihnen noch fehlt und wie weit sie noch weg sind“) genügte am Samstag Hütters Ansprüchen nicht. Deshalb arbeite man „intern hinter den Kulissen daran, dass wir eine ordentliche Mannschaft zusammenstellen“.

Quo vadis Theate und Wahi?
Auch zu den Verkaufskandidaten Theate und Wahi fand Hütter klare Worte. „Ich habe gehört, sie sind noch Kaderspieler und dass sie vorerst noch dabei sind“. Man werde mit ihnen so umgehen „wie es sich gehört“. Dennoch habe man mit Beiden gesprochen und werde nun schauen was letztendlich dabei herauskommt. Gemeint ist damit wohl ein möglich schneller Vereinswechsel.

„Annahme war der Wahnsinn“
Lob fand Adi Hütter für die Produzenten des 1:0-Führungstreffers, den der diesmal fehlerfreie Santos mit einem Abschlag in den Fuß von Mittelstürmer Burkardt vorbereitete. So ein Tor habe er „überhaupt noch nicht gesehen“. „Kaua hat ihn super vorbereitet und wie Jonny diesen Ball annimmt war auch der Wahnsinn und sein Torabschluss perfekt“, beschrieb der Cheftrainer den Ablauf im Detail.

Auch im Sturm Handlungsbedarf?
Die 4-2-2-2 Variante gegen Hull City mit Burkardt und Ebnoutalib als Sturmduo vor den offensiv agierenden Mittelfeldspielern Uzun und Doan sei nur eine von vielen Experimenten gewesen. Fakt sei, dass ausschließlich Burkardt bei Hütter im Sturmzentrum gesetzt ist und für die Erzielung der Tore sorgen soll. „Man muss nun schauen, ob man noch jemanden dazuholt oder man mit dem zufrieden sein soll, was wir jetzt haben“, wies Hütter auch auf einen möglichen Handlungsbedarf im Sturm hin.
Hütter weiß, was er braucht
„Ich habe viele Dinge gesehen, die mir nicht gefallen habe“ und „ich weiß, was ich noch brauche“, wiederholte Hütter zum Ende der Gesprächsrunde nochmals seine Bewertung der für ihn offensichtlich für die Umsetzung seines Spielsystems aktuell noch nicht ausreichenden Kaderqualität. Er sei diesbezüglich mit den Eintracht-Verantwortlichen in einem intensiven Austausch. jogo



