Eintracht Frankfurt erfüllte Kinderträume

Sprendlinger Jugendkicker trafen ihre Idole auf dem Spielfeld

Ein Moment voller Glücksgefühle v.l: Robin Beck (mit Kevin Trapp), David Beck (mit Hugo Larsson). V.r.: Luis Then (mit Hugo Ekitiké) und Raphael Jung (mit Omar Marmoush) stehen gemeinsam mit ihren Idolen auf dem Rasen des Waldstadions. Foto: Hübner

Frankfurt/Sprendlingen. Die beiden Brüder, Robin und David Beck, Raphael Jung sowie Luis Then sind erfolgreiche E-Jugendfußballer einer aus dem FV 06 Sprendlingen und Hessen Dreieich gebildeten Mannschaft. Die 10-11-Jährigen sind zudem glühende Fans von Eintracht Frankfurt. Torwart Robin Beck schwärmt von Eintracht-Kapitän und Keeper Kevin Trapp, sein Bruder David von Mittelfeldmotor Hugo Larsson, Raphael Jungs Idol ist Omar Marmoush und Offensivdribbler Luis Then ist Fan des Eintracht-Torjägers Hugo Ekitiké. 

Mehrfachbewerbungen 

Gemeinsam mit Ihren Vätern verfolgen sie fast jedes Spiel ihrer Idole und träumten schon lange von einer persönlichen Begegnung. Über zwei Jahre bewarb sich der Verein mehr als zwanzigmal im Namen der jungen Spieler auf dem offiziellen Weg. Leider ohne Erfolg. Praktisch im allerletzten Moment klappte es dann aber doch noch.

„Taktisches Warten der E-Jugend des FV 06 Sprendlingen/Hessen Dreieich auf die Fußballstars im Spielergang. Foto: Moni Pfaff

Zentimeter-Entscheidung

Einlaufkinder müssen folgende Bedingungen erfüllen: Ein Bewerbungsfoto, in dem sich jedes einzelne Kind in seinem Lieblings-Eintracht-Outfit, Mindestalter von 6 Jahren und eine maximale Körpergröße von 140 Zentimetern. Letztere Bedingung schwebte monatelang wie ein Damoklesschwert über Torhüter Robin. Während andere Kinder sich über schnelles Wachstum freuen, lösten die zu Beginn des Jahres gemessenen 139 Zentimeter Körpergröße bei Robin eher Panik aus. Der kurzen Winterpause und die zu Beginn des Jahres 2025 terminierten Heimspiele gegen den SC Freiburg und Borussia Dortmund waren praktisch Robins letzte Chance. Und das Schicksal meinte es gut mit ihm.

Robin und David Beck haben ihre Idole Kevin Trapp und Hugo Larsson endlich an der Hand. Foto: Moni Pfaff

Der erlösende Anruf

„Als der Anruf der ‚Junior-Adler´ (sind für die Auswahl der Einlaufkinder verantwortlich) kam, dass die Mannschaft am 14. Januar 2025 beim Heimspiel der Eintracht gegen den SC Freiburg einlaufen darf, war der Jubel riesengroß“, berichtet Alexander Beck, Vater von Robin und David, der zusammen mit Patrick Jung das E-Jugendteam trainiert. Voller Vorfreude fuhren die Kinder gemeinsam zum Waldstadion. Es folgte eine Platzbesichtigung, die vorgeschriebenen Trikots wurden zuvor auf zulässige Logos überprüft und schließlich hieß es noch einige Minuten Warten in den Stadion-Katakomben, eher der heiß erwartete „Go-Pfiff“ zum Einlauf der Mannschaften ertönte.

Mit Geduld & Tricks zu den Idolen

Doch während dieses Warteprozesses in den Katakomben mussten noch zwei entscheidende Faktoren geklärt werden. Durften die Sprendlinger Jungs überhaupt mit den Eintracht-Spielern einlaufen oder etwa „nur“ mit dem SC Freiburg? Und wenn es die Eintracht ist, wie konnten Robin, David, Raphael und Luis sicherstellen, dass sie zusammen mit ihren Lieblingsspielern einlaufen? Problem 1 erledigte die den Sprendlingern gut gewogene Losfee. Und beim Einlauf auf den Spielfeldrasen war es dem genannten Quartett tatsächlich gelungen ihre Idole an die Hand zu bekommen. Wie war das möglich? Während seine drei Mannschaftskollegen verschmitzt schwiegen, erklärte Luis seinen ausgeklügelten Plan. „Ich habe ja schon viele Spiele der Eintracht gesehen. Dabei ist mir aufgefallen, dass Ekitiké immer als Letzter einläuft. Da bin ich im Tunnel einfach so lange stehen geblieben, bis der Hugo gekommen ist“. 

Der Trick von Luis Then ist aufgegangen. Er wartete bis zum Schluss auf sein Idol, Hugo Ekitiké, um als „Stürmer-Duo“ auf den Platz zu laufen. Foto: Moni Pfaff

Eintracht-Glückbringer 

Damit bewies der „Rechtshänder“ Luis Then, mit einem (bisher) stärkeren Linksfuß, dass er nicht nur auf dem Platz ein „Ideengeber“ ist. Gemeinsam mit einem Elternteil (erhielten jeweils ein Freiticket) verfolgten die Jugendfußballer nach ihrem Auftritt im Scheinwerferlicht das Bundesligaspiel der Eintracht gegen den SC Freiburg auf der Tribüne und freuten sich gemeinsam mit ihren Idolen über einen starken Auftritt und 4:1-Heimsieg. Der talentierte Torhüter Robin Beck (erhält bereits Torwart-Fördertraining bei der von Ex-Profi Uwe Bindewald geleiteten Eintracht-Fußballschule) darf sich zudem auch endlich wieder über „Wachstumsschübe“ freuen. Sein persönlicher Traum wurde nach zwei Jahren an diesem Tag wahr. Eintracht Frankfurt hat mit diesem Angebot einmal wieder zahlreiche Kinderträume erfüllt. Jochen Golle

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