Das 1:3 am 12. September 2025 war die 12.Niederlage der Eintracht-Profis bei Bayer Leverkusen in Folge (7:40 Tore). Foto: Victor van der Saar
Krösche-Kritik nach 1:3-Pleite in Leverkusen
Leverkusen, 14.09.2025. Die scheinbar „Unendliche Horrorshow“ der Eintracht-Profis in Leverkusen ist seit dem 12.September 2025 um ein weiteres Kapitel reicher. Nach dem enttäuschenden 1:3 am Freitagabend (das einzige Eintracht-Tor erzielte Can Uzun kurz nach Wiederanpfiff sehenswert zum zwischenzeitlichen 1:2) gegen die Werksprofis, hat Eintracht Frankfurt seit dem 15. Dezember 2013 in Leverkusen nun satte 12 Niederlagen am Stück (7:40 Tore!) kassiert. Die Treffer für die Gastgeber erzielten Grimaldo (10./ 90+2. Spielminute) und Schick (Strafstoß, 45+4).

Halbe Stunde ungenutzte Überzahl
Dabei spielte das Team von Cheftrainer Dino Toppmöller ab der 60. Spielminute nach dem Platzverweis von Andrich in Überzahl. Ab der 92. Spielminute und Roten Karte für den eingewechselten Fernandez sogar noch ca. 7 Minuten mit 11 gegen 9 Gastgeber, denen in Unterzahl kurz vor Schluss sogar noch ein herausragendes Freistoßtor von Grimaldo gelang. Nach dieser ersten Saison-Niederlage rutscht die Eintracht von Platz 2 auf Tabellenrang 5 ab.

Ganz schlechte Zweikampfquote
Dass in dieser Partie zudem alle drei Gegentreffer durch Standard-Situationen (2x Freistoß, 1 Elfmeter) fielen, 65% aller Zweikämpfe (75% aller Luft-Zweikämpfe) verloren gingen und nur 24% der insgesamt 21 angesetzten Dribblings gelangen, beschreibt deutlich, was dem Spiel der „Adler“ an diesem Abend fehlte.
„Zu langsam ,,. zu wild … zu hektisch“
Entsprechend enttäuscht reagierte Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche nach Spielschluss am Sky-Mikrofon. „Wir haben heute zu langsamen Fußball gespielt, keine Spieler überspielt und immer nur von Mann zu Mann gepasst. In Überzahl waren wir zu wild und zu hektisch und haben deshalb verdient verloren“, kritisierte Krösche den Auftritt seiner Mannschaft in einer für ihn ungewöhnlichen Schärfe.
„Wir müssen noch viel zu tun!“
Für die Zukunft wünscht sich der Eintracht-Sportvorstand „mehr Dynamik“ gegen tiefstehende Mannschaften. Gegen Leverkusen attestierte er seinem Team „eine schlechte Leistung“. Sie habe vermissen lassen, „was es benötigt, um ein Bundesligaspiel zu gewinnen“. Daraus müssen seine Spieler nun lernen. Zwar hätte die Struktur gepasst (Ballbesitz: 61%; Laufleistung: 116:114 km) aber der „entscheidende Punch“ und die Power vor dem Tor hätten gefehlt.

Was ist mit Jonny Burkardt los?
Tatsächlich fehlte dem personell mit Bahoya, Burkardt und Doan namentlich stark besetzten Eintracht-Angriff in Leverkusen jegliche Gefährlichkeit im Strafraum. Während Bahoya mit einigen Flankenläufen gefallen konnte, wurde Doan durch häufige Doppel-Deckung von Leverkusen aus dem Spiel genommen. Im Zentrum wirkte der von Mainz nach Frankfurt gewechselte Jonathan Burkardt wie ein Fremdkörper und setzte, nach Maßflanke von Bahoya, die einzige (Kopfball-) Chance in der 37. Spielminute weit über das Tor. Seine in der 83. Spielminute erfolgte Auswechslung für Wahi erfolgte viel zu spät.

Erst „Gala“ dann „Biedermeier“
Wie geht es nun mit der Eintracht weiter? Am kommenden Donnerstag (18. September/Anstoß: 21 Uhr) empfängt Eintracht Frankfurt zum Saisonauftakt der Champions-League den türkischen Meister Galatasaray Istanbul vor ausverkaufter aber bestimmt auch mit vielen Fans des Gästeteams besetzter Kulisse. Die Türken reisen mit Ex-Bayern-Star Leroy Sané, Deutschlands Ex-National-Kapitän Ilkay Gündogan und Top-Stürmer Victor Osimhen (Marktwert: 70 Mio./Quelle: Transfermarkt.de) an den Main. Dennoch besitzt das Team von Dino Toppmöller mit 325 Mio. einen höheren Marktwert als Galatasaray (297 Mio.) und geht als Favorit in dieses CL-Spiel.
Nur 3 Tage später erwartet die Eintracht nach der „Abend-Gala“ mit Gegner Union Berlin (aktuell 3 Punkte/Rang 14) eher einen „Biedermeier-Gegner“. Die Berliner präsentierten sich am vergangenen Wochenende bei der 2:4-Heimniederlage gegen Hoffenheim ähnlich zweikampfschwach (57% verlorene Luftzweikämpfe) wie die Eintracht in Leverkusen und dürften nach vier Gegentoren im Waldstadion eher defensiv auftreten. Doch dafür hat Markus Krösche bereits ein Gegenmittel ausgerufen: „Gegen einen tiefen Block braucht es eine hohe Spielgeschwindigkeit!“ Die gilt es für das Team von Dino Toppmöller nun auch auf den Platz zu bringen. jogo



