Frankfurt (19.04.26). Wenn das Waldstadion ca. 10 Minuten nach Spielschluss fast leer ist und nur die Gästefans feiern, dann muss etwas schiefgelaufen sein. Und die 1:3-Heimniederlage der Eintracht gegen RB Leipzig war aus Frankfurter Sicht tatsächlich eine schräge Angelegenheit. Zum ersten Mal überhaupt konnte RBL in Frankfurt gewinnen und aufgrund des 2:1-Heimerfolgs des SC Freiburg über den 1.FC Heidenheim ist seit Sonntagabend auch der so wichtige Tabellenplatz 7 erst einmal weg.

Von wegen „unwohl fühlen“
„Wir haben alle Stärken der Leipziger im Training simuliert und wollen von Spielbeginn an erreichen, dass sich das Team aus Leipzig unwohl fühlt“, hatte Eintracht-Coach Albert Riera vor dem Duell gegen den Tabellendritten mit Nachdruck verkündet. Doch spätestens nach dem 0:1 durch Diomande, der nach knapp einer halben Stunde in „Okocha-Manier“ von Rechtsaußen kommend erst an 5 Eintracht-Profis vorbeirannte, bevor er richtungswechselnd auch noch Koch und Larsson „auf links stellte“ und mit dem rechten Fuß den Ball ins rechte untere Toreck schoss war klar, wer sich im Waldstadion am Samstag wirklich zu Hause fühlte.

Glückstor und Zetterer-Patzer
Trotz des 7 Minuten später erfolgten glücklichen 1:1-Ausgleichs durch ein Kopfballtor von Larsson (nach verunglücktem Volleyschuss von Amaimouni), gelang es den Hausherren nicht die von ihrem Trainer angekündigte Aggressivität und Zweikampfstärke auf den Platz zu bringen. Insbesondere die mit 40:60% verlorenen Luftzweikämpfe sollten Riera Sorge machen, wie auch die schwache Leistung seines Torhüters Michael Zetterer. Sowohl der Distanzschuss von Nusa (70./Torwahrscheinlichkeit 7%) und auch das aus spitzestem Winkel ins Torwarteck erzielte 1:3 (Torwahrscheinlichkeit 13%) durch den eingewechselten Harder (81.) muss ein Bundesligatorwart einfach verhindern.

Wieder trifft ein gegnerischer „Joker“ nach einer Spielminute
Besonders ärgerlich aus Frankfurter Sicht: Wie schon beim 2:2 gegen Köln (Castro-Montes) erzielte mit Leipzigs Harder erneut ein erst eine Minute zuvor eingewechselter gegnerischer „Joker“ ein Blitztor; letztendlich zum Endstand dieser vollkommen zu Recht von Leipzig gewonnenen Partie. Dass so etwas in kürzester zweimal im eigenen Stadion passiert, ist unerklärlich.

Was ist mit Jonny Burkardt los?
Neben dem offensichtlichen Torhüterproblem hat die Eintracht auch im Sturmzentrum eine hartnäckige Baustelle. Ausgerechnet der von seinem Trainer vor dem Spiel als „wichtige Persönlichkeit“ gelobte Mittelstürmer Burkardt hing 90 Minuten völlig in der Luft und verlor zudem vor dem 1:2 am Mittelkreis einen Zweikampf, weil er den auf ihn geschlagenen“ „langen Ball“ nicht kontrollieren konnte.
Nur ein Tor in 537 Spielminuten
Burkardt, der im Jahr 2026 nach langer Verletzung in 8 Partien auf dem Platz stand erzielte nach seinem verwandelten Strafstoß am 21.Februar gegen den FC Bayern München in den darauffolgenden 7 Partien und insgesamt 537 Spielminuten nur ein einziges Tor aus dem Spiel heraus (Führungstreffer gegen den 1.FC Köln). Trotz sehr aktiver Flügelstürmer (Kalimuendo, Amaimouni, Knauff) blieb der Ex-Mainzer sowohl zuletzt in Wolfsburg als auch gegen Leipzig völlig wirkungslos und torlos.
Platz 7 weg – Sorgen groß
Mit Blick auf die Ergebnisse dieses Spieltags, speziell den 2:1-Heimsieg des SC Freiburg über Heidenheim und den Rücksturz auf Tabellenrang 8 muss man sich im Frankfurter Lager nicht nur Sorgen machen, sondern den Schalter sofort umlegen.
Ohne einen europäischen Wettbewerb in der kommenden Saison drohen auch finanzielle Probleme. Laut Sport 1-Informationen sind die Verbindlichkeiten des Vereins binnen zwei Jahren von 48,6 auf 71,8 Mio. angestiegen. Gleichzeitig stiegen die Personalkosten im gleichen Zeitraum von 119,6 auf 177,3 Millionen Euro.

Krösche redet Tacheles
Aufgrund dieser aktuell sportlich wie finanziell brenzligen Lage sind die ungewöhnlich kritischen Worte von Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche nach der Niederlage verständlich wie absolut notwendig. „Wir sind auf dem Platz zu statisch und zu langsam im Spielaufbau. „Mir fehlt die Gier einen Zweikampf zu gewinnen“, kritisierte Krösche sein Team und nahm indirekt auch seinen Trainer in die Pflicht.

Wir haben den Trainer gewechselt, aber ….
Albert Riera sei trotz seiner manchmal „überzogenen“ Sprüche zwar „authentisch“ aber: „Wir haben jetzt den Trainer gewechselt und trotzdem setzen wir auf dem Platz gewisse Dinge nicht um. Wir haben keine Stabilität als Mannschaft generell“, lenkte Krösche erstmals die Verantwortung für die sportliche Situation auch in Richtung Albert Riera, der nun bis zum Saisonende beweisen muss, dass er die Fähigkeit besitzt in der Bundesliga erfolgreich zu arbeiten.
Es geht nach Augsburg
Am kommenden Samstag (Anstoß: 15.30 Uhr) tritt die Eintracht beim zuletzt dreimal unbesiegten (2U/1S) und dieses Wochenende in Leverkusen siegreichen FC Augsburg an. Im Fernduell mit dem in Dortmund spielenden SC Freiburg könnte der so wichtige Platz 7 wieder zurückerobert werden. Spannend zu beobachten wird sein, wie Albert Riera die Leipzig-Pleite verarbeitet und welche Konsequenzen er auch personell ziehen wird. jogo




Ich hatte mich nach den Ankündigungen und den klaren Aussagen des Trainers, hinsichtlich notwendiger Eigenschaften seiner Spieler auf das Spiel gefreut und war mir sicher, dass ich eine kämpferisch aufopferungsvolle Eintracht erlebe. Offensichtlich haben einige Spieler die Worte des Trainers nicht verstanden. Oder andersrum, vielleicht sollte der Trainer nicht nur in Worten stark sein, sondern auch in der Lage sein, seinen Spielern gewisse Grundtugenden des Fußballs zu erklären. Das Abwehrverhalten war unbeschreiblich passiv, der Torwartleistung unzureichend und zuhause die Spielweise auf Konter auszurichten, ungeeignet. Noch ist nichts verloren! Jetzt muss sich nahezu jeder Spieler selbst hinterfragen, ob seine jetzige Einstellung ausreicht, um Platz 7 noch zu erreichen. Die Antwort müssen jetzt die Spieler geben.
Ja, da sind die wieder die 3- Gegentore .. Freiburg hat uns überholt. Europa im nächsten Jahr kaum möglich.
Spielerisch und vor allem kämpferisch ist das eine maßlose Enttäuschung – fast schon bankrotterklärend. Spätestens jetzt wird deutlich: Kein Spieler scheint bereit zu sein, für Riera alles zu geben. Selbst der kleinste Funke Einsatzbereitschaft ist kaum erkennbar.
Auch Rieras Auftreten an der Seitenlinie und sein Coaching wirken schwer nachvollziehbar. Wir stehen wieder genau dort, wo wir schon am Ende unter DT waren. Mit Blick auf das Restprogramm dürfte es sehr schwierig werden, den 7. Platz zu erreichen.
Für die kommende Saison braucht diese Mannschaft einen klaren Umbruch – es sind schlicht zu viele Mitläufer im Kader. Diese Saison ist insgesamt einfach nur frustrierend.