Hoffnung, Freude und zwei verlorene Punkte

Einer der sich was zutraut. Eintracht-Neuzugang Ebnoutalib überzeugte beim Debut mit mutigen Dribblings und einem sehenswerten Treffer zum 2:2.  Foto: Moni Pfaff

Frankfurt (11.01.2026). Eine derart ereignisreiche Nachspielzeit hat es in Frankfurt schon lange nicht mehr gegeben. Nach 92 Spielminuten explodierte das Waldstadion, nachdem Mo Dahoud seine Eintracht vor der eigenen Fankurve dank eines technisch sauberen Schlenzers ins rechte obere Toreckmit 3:2 in Führung gebracht hatte. Nur eine knappe Minute zuvor hatte Dortmunds Schlotterbeck mit einem Kopfball nur die Latte des Eintracht-Tors getroffen. Nach zweifachem Rückstand (0:1 durch Beier und 1:2 Nmecha) hatten die Gastgeber zunächst zweimal ausgeglichen (1:1 per Strafstoß durch Uzun und 2:2 durch Neuzugang Ebnoutalib) und somit nach 92 Minuten das Spiel gedreht.

Kurz vor dem Abpfiff: Das Schock-Tor zum 3:3-Endstand durch Dortmunds Chuckwuemeka (Nr.17). Foto: Moni Pfaff

Schock in der 96. Spielminute

Als alles mit einem Sieg der Hausherren rechnete, die bis dahin wohl das beste Pflichtspiel seit langer Zeit auf den Rasen gebracht hatten, drückte Dortmunds „Joker“ Chuckwuemeka den Ball in der 96. Spielminute nach unübersichtlicher Situation an Eintracht-Keeper Santos vorbei zum 3:3-Ausgleich über die Torlinie und stoppte den noch nicht verhallten, vermeintlichen Siegestaumel der über 55.000 Eintracht-Fans, während der Dortmunder Fankurve der finale vokale Schluss-Akkord vorbehalten war.

Zwei wichtige Punkte verloren

Faktisch hat das Team von Dino Toppmöller an diesem denkwürdigen Freitagabend zum Bundesliga-Auftakt des Jahres 2026 in wenigen Minuten der Nachspielzeit einen sicher geglaubten Heimsieg verpasst und zwei wichtige Punkte verloren. Denn nach diesem spektakulären Restartduell gegen den Tabellenzweiten Dortmund (Platz 2/33 Punkte) stehen für Eintracht Frankfurt (Platz 7/26 Punkte) in der nun folgenden „Englischen Woche“ zunächst zwei Auswärtsspiele an. Am Dienstag (Anstoß: 18.30 Uhr) gastiert die Eintracht beim VfB Stuttgart (Platz 6/29 Punkte) und darauf bereits am kommenden Freitagabend (Anstoß: 20.30 Uhr) bei Werder Bremen (Platz 12/17 Punkte). Danach warten mit Hoffenheim (Platz 6/27 Punkte/ein Spiel weniger) und Leverkusen (4/29) zwei weitere Konkurrenten im Wettkampf um die „Europäischen Plätze“. Zudem trübt das späte Ausgleichstor gegen Dortmund den durchaus positiven Eindruck des Toppmöller-Teams an diesem Abend.

Der vermeidliche 3:2-Siegtreffer durch Mo Dahoud in der Nachspielzeit. Foto: Moni Pfaff

Was Hoffnung machen sollte

Trotz der (berechtigten) Enttäuschung über den verpassten Heimsieg gingen die meisten Eintracht-Fans zwar mit gemischten aber auch vielen positiven Gefühlen nach Hause. Zum einen lieferte der wieder ins Eintracht-Tor zurückgekehrte Kaua Santos trotz der drei Gegentore eine grundsolide Partie und „ärgerte“ Dortmunds Trainer Kovac, der nach Spielschluss sein eigenes Team für die vielen von Santos souverän abgefangenen Dortmunder Flanken kritisierte. Zum anderen feierten die beiden Sturm-Neuzugänge Ebnoutalib und der erst in der 63. Minute eingewechselte Kalimuendo beeindruckende Premieren im Eintracht-Trikot.

Arnoud Kalimuendo (hier beim Abschluss gegen Schlotterbeck und Anton) zeigte bei seinem 30 Minuten-Debut gegen Dortmund einige starke Ansätze. Foto: Moni Pfaff.

Arnaud „wackelt“ – Younes trifft

Die Szene zum 2:2-Ausgleich in der 71. Spielminute, als der von Nottingham Forest bis zum Saisonende ausgeliehene Arnaud Kalimuendo nach perfekter Ballannahme und „Auswackeln“ seines Gegners auf engstem Raum den Überblick behielt, und einen perfekten Steckpass auf Younes Ebnoutalib spielte, der in „Woltemade-Art“ den Ball mitnahm, diesen gegenüber seinen Gegenspielern abschirmte und über Dortmunds Keeper Kobel ins Tor knallte, macht Hoffnung auf mehr. Mit Ebnoutalib und Kalimuendo besitzt Dino Toppmöller in der Eintracht-Offensive endlich wieder mehr Optionen. Diese beiden Stürmer – so sie der Eintracht-Trainer zukünftig auch zusammen spielen lässt – könnten bereits in den kommenden schweren Spielen für entscheidende offensive Impulse sorgen.

Was abgestellt werden muss

Mit 33 Gegentoren, inklusive der erneut kassierten drei Treffer zum Jahresauftakt, ist Frankfurt Defensive hinter Heidenheim und Wolfsburg (je 36) die drittschlechteste der Bundesliga. Die aktuelle Innenverteidigung mit Koch und Theate funktioniert nicht optimal und lässt den Gegner oft zu viel Raum. Ein 3:2-Vorsprung muss zudem ohne Zweifel über eine Restspielzeit von ca. 4 Minuten gebracht werden können. Rechtsverteidiger Kristensen rückt auch viel zu oft auf rechten Flügel vor und engt damit den Aktionsradius von Tempodribbler Doan suboptimal ein.

Theate links und Brown auf die „6“?

Eine im Eintracht-Fanlager diskutierte taktische Positionswechsel-Idee ist die vorrübergehende Rückpositionierung von Theate auf die Linksverteidiger-Position und die temporäre Verschiebung von Brown auf die „6-er-Position“ neben Larsson. Bis zur möglichen Neuverpflichtung eines dringend benötigten Innenverteidigers, könnte Kristensen den Theate-Part übernehmen und Collins hinten rechts verteidigen.

Durch die technischen Fähigkeiten von Brown würden zudem auch im Eintracht-Spielaufbau neue kreative Impulse gesetzt, die man von Hojlund, Skhiri auf diesem Niveau zu selten gesehen hat. Und auch Doan hätte dadurch wieder mehr „Luft zum Atmen“ und mehr Platz für seine Tempodribblings. jogo

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Kommentare anzeigen (3)
  1. Es war ein gutes und mitreissendes Spiel. Wenn der Younes nach diesem ersten geilem Spiel so weiter macht können wir uns gewaltig freuen. Dahoud machte zum Schluß auch ein richtig tolles Tor und wäre fast der Matchwinner gewesen.

    Die Gegentore sind wie so oft in dieser Saison teils unnötig und schon fast lächerlich. Keine Ahnung was mit der Abwehr los ist. Unabhängig vom Torwart fallen die Tore viel zu einfach.

  2. Genauso wie Jochen und Adlerauge sehe ich das auch. In der Verteidigung muss etwas geändert werden, so wie das 3:3 darf kein Tor
    Fallen. Was ist z.B. mit Amenda?
    Es muss doch möglich sein in den letzten Minuten ein Ergebnis zu halten!

  3. Der „Jürgen“

    Alles gut und schön, aber wieder drei Gegentore… darüber sollte sich „Rooky“ Toppmöller“ mal Gedanken machen…
    Wenn die Eintracht noch was in dieser Saison erreichen will, braucht es mindestens einen gestandenen Verteidiger und einen Top-Sechser…
    Wir schießen drei Tore und sowas reicht nur zu einem Punkt. Da muss sich etwas ändern.

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