Um was geht´s noch und wie geht´s weiter?

Frankfurt (11.05.26). Nach dem 2:3 in Dortmund ist der Europa League-Zug 2026/27 für Eintracht Frankfurt definitiv abgefahren. Selbst wenn der SC Freiburg die aktuelle Europa-League gewinnt und damit für die Champions League qualifiziert wäre, reicht Bundesliga-Platz 7 lediglich noch für die weniger attraktive Conference-League. Die große Chance im kommenden Jahr ein „Finale dahaam“ zu spielen wurde fast schon fahrlässig vertan.

Die frühe 1:0-Führung durch Can Uzun (Nummer 42) in der zweiten Spielminute, hielt nur 40 Minuten. Foto: Jan Hübner

Wieder drei Tore kassiert

Wenngleich das von Trainer Albert Riera gegenüber der 1:2-Pleite gegen Hamburg auf drei Positionen (Doan, Dahoud, Chaibi für Burkardt, Larsson und Højlund) geänderte Start-Team in Dortmund zumindest eine Halbzeit lang Leistung und Mentalität zeigte und früh durch Uzun mit 1:0 im Führung ging, stand nach Spielschluss wieder mal eine „3“ in der Gegentor-Statistik. Das 2:3 durch Burkardt in der 87.Spielminute kam zu spät.

Wieder drei Gegentore kassiert (hier das 1:3 durch Samuele Inacio, Bildmitte) und zweimal in Folge verloren. Foto: Jan Hübner

„Ergebnis-Wunder“ notwendig

Trotz des Sonntags-Patzers des Tabellensiebten SC Freiburg beim HSV, bedarf es am kommenden Samstag (Anstoß: 15.30 Uhr) zum Bundesligafinale wohl eines „Ergebniswunders“, damit die nun seit vier Spielen sieglose Eintracht (3 Niederlagen/1 Remis) doch noch von Platz 8 auf Rang 7 rutscht. Bei einem Sieg über den VfB Stuttgart, dürfte der einen Punkt bessere SC Freiburg sein Heimspiel, gegen das bereits für die CL qualifizierte Team von RB Leipzig nicht gewinnen. Gelingen Frankfurt und Freiburg keine Siege, könnte der punktgleiche FC Augsburg (spielt bei Union Berlin) noch auf Rang 7 vorrücken.

Drittschlechteste Liga-Abwehr gegen zweitbeste Offensive

Die sportlich schwierigste Aufgabe hat am Samstag allerdings die Frankfurter Eintracht, da der VfB Stuttgart (61 Punkte/Platz 4) im Fern-Triell gegen Hoffenheim (61/5) und Leverkusen (58/6) um den letzten noch offenen Champions League-Platz kämpft. Entsprechend „heiß“ wird der zuletzt viermal unbesiegte VfB (2S/2R) im Waldstadion antreten.

Zudem trifft die drittschlechteste Liga-Abwehr (63 Gegentore) auf die zweitbeste Bundesliga-Offensive (69 Tore), namentlich Amenda, Koch und Theate (alle SGE) gegen Führich, Undav und Leveling (alle VfB). Aufgrund der aktuellen Performance eine schwierige Konstellation.

Abgang im Zorn oder respektvoll? Gegen den VfB Stuttgart wird Eintracht-Coach Riera (li.) an seinem wohl letzten Eintracht-Spieltag noch eine letzte Chance erhalten, doch noch einen europäischen Wettbewerb zu erreichen. Foto: Jan Hübner

Wer steht an der Seitenlinie?

Natürlich werden die Gäste wieder von ihrem Erfolgstrainer Sebastian Hoeneß gecoacht und trotz aller kritischen Medienberichte wird auch der zuletzt medial bereits „verabschiedete“ Albert Riera nochmals an der Eintracht-Seitenlinie stehen. Es war klar, dass Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche dem von ihm ausgesuchten Trainer die letzte Chance gibt, sich mit einem Heimsieg und einer Last-Minute-Qualifikation für die Conference-League aus Frankfurt respektvoll zu verabschieden.

Was passiert wenn Albert Rieras Name aufgerufen wird?

Ob Rieras Name bei der Aufstellungs-Präsentation vom Stadion-Sprecher allerdings nochmals stakkato-mäßig ausgerufen wird, ist mehr als fraglich.

Gedanklich bereits woanders?

Während es der Eintracht-Trainer – trotz wohl feststehenden Abgangs nach der Saison – seinen Kritikern nochmals etwas beweisen will, könnten viele aktuelle Eintracht-Profis am Samstag aufgrund mutmaßlicher Gedanken an einen Vereinswechsel mit ihren Gedanken nicht mehr zu 100 Prozent bei der sportlichen Sache sein, was dieser Partie aus Frankfurter Sicht nicht zugutekommt.

Umbruch-Erinnerungen an 2011

Fest steht, dass es aus sportlicher und finanzieller Sicht nach Saisonende zu einem in dieser Form lange nicht mehr so umfangreichen personellen Umbruch kommen wird. Zuletzt geschah dies nach der Saison 2010/11, als das prominent mit (u.a.) Jung, Schwegler, Rode, Ochs, Fenin, Caio, Gekas und Altintop besetzte Eintracht-Team nach einer 1:3-Niederlage in Dortmund abgestiegen ist.

Christoph Daum hatte damals 6 Spieltage vor Saisonende Michael Skibbe als Trainer abgelöst. Ex-Eintracht-Sportvorstand Heribert Bruchhagen („Ich habe Christoph damals in eine Falle gelockt“) begrüßte danach zum Trainingsauftakt am Riederwald nur 11 unter Vertrag stehende Profis. 2013 gelang den „Adlern“ der Wiederaufstieg.

Ein auch für die Zukunft „unverzichtbares“ Trio (v.l.): Kalimuendo, Brown und Uzun. Eigentlich sollten alle Drei den Stempel „unverkäuflich“ aufgedrückt bekommen. Foto-Collage: Moni Pfaff

Die drei „Unverzichtbaren“

Sportlich kann man die aktuelle Situation natürlich nicht mit dem „Horror-Szenario“ von 2011 vergleichen. Von der Anzahl der personellen Veränderung könnte es aber auch in diesem Jahr ein „Mega-Umbruch“ werden.

Doch egal wie sich Markus Krösche entscheiden wird, EINTRACHTintim und ganz bestimmt auch viele Eintracht-Fans wünschen sich, dass Can Uzun, sein „Best Body“ Nathaniel Brown und Arnaud Kalimuendo in Frankfurt bleiben und um dieses aus sportlicher Sicht aktuell „unverzichtbare Trio“ herum ein neuer sportlich und charakterlich starker Eintracht-Kader entsteht. jogo

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Kommentare anzeigen (3)
  1. Auch beim letzten Spiel habe ich Spieler gesehen, die ein Trikot mit dem Adler trugen. Und bei jedem habe ich das Gefühl, dass er kicken kann. Was ich nicht sehe, und das ist bereits die ganze Saison so, ist, dass keine Mannschaft auf dem Platz steht. Körperlos und ohne Überzeugung. Kann mich nicht erinnern, dass es in Dortmund so einfach gewesen wäre, was Positives mitzunehmen. Gefühlt ist es die Rückrunde der Schande 2.0. Mit einem Unterschied, nie war der Kader teurer wie in dieser Saison.

  2. Der Artikel trifft es. In dieser Saison wurde mehrfach die Chance auf „unser“ Europa League Finale fahrlässig vergeben. Der Umbruch kann garnicht groß genug werden.

  3. Wieder mal ein gut verfasster Artikel. Auch der Hinweis auf 2011 ist interessant. Aber Kalimuendo wird Krösche meiner Meinung nach nicht von Nottingham kaufen. Er wird wieder auf kostengünstige No-Names setzen und „Lotterie“ spielen. Leider!

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