Bislang teuerste Trainer-Saison

Frankfurt (08.05.26). Nach der 2:3-Niederlage in Dortmund (Spielbericht und Analyse folgt an dieser Stelle am Sonntagabend nach dem Freiburg-Spiel), der fünften seiner 13 Spiele als Eintracht-Coach, wird  für Albert Riera wohl nach dieser Saison tatsächlich schon wieder Schluss in Frankfurt sein. Für viele Fans zu spät. Doch ob Riera allein schuld an dieser enttäuschenden Saison ist oder nicht, kann/muss diskutiert werden.

Was jedoch nach dieser Saison bleibt, ist das wohl höchste, jemals bei Eintracht Frankfurt gezahlte Trainer-Jahresbudget.

Albert Rieras besitzt noch einen Arbeitsvertrag bei Eintracht Frankfurt bis 30.Juni 2028. Dennoch dürfte seine Zeit spätestens nach Saisonende vorbei sein. Moni Pfaff

16 Mio. € Trainer-Jahreskosten?

Glaubt man übereinstimmenden Medienberichten (FR, fussballdaten.de), kostete die Trennung von Dino Toppmöller, der erst im Main 2025 seinen Vertrag vorzeitig bis Juni 2028 verlängert hatte, 7,5 Mio. Euro Abfindung. On Top kamen ca. 2,5 Mio. für ebenfalls entlassene Co-Trainer und Staffs.

Riera hat einen bis Juni 2028 laufenden Vertrag, soll ca. 1,5 Mio. Euro pro Jahr verdienen und 1 Million Euro Ablöse gekostet haben. Dass der seitens vieler Medien hart angegangene Spanier auf nur einen einzigen Cent Abfindung verzichten wird, wäre eine Überraschung. Ein weiterer neuer Trainer wird mindestens 2 Mio. Euro kosten. Das macht zusammen für 2026 satte 16 Millionen Euro Kosten allein für Trainer.

Dino Toppmöller erhielt nach seiner Entlassung im Januar 2026 aufgrund Vertrags bis Juni 2028 eine stattliche Abfindung. Foto: Moni Pfaff

Wie teuer ist ein neuer Trainer?

Doch ein 2-Millionen-Jahresgehalt, wäre bei den gehandelten/geforderten Namen und hohen Ansprüchen der Eintracht-Community wahrscheinlich viel zu niedrig. Einen No-Name-Trainer darf Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche nach der Enttäuschung um Albert Riera nicht noch einmal präsentieren. Der dritte „Neue“ in 2026 muss sowohl eine eindrucksvolle Vita nachweisen können, sollte Deutsch sprechen und die Bundesliga kennen.

Was verdient Matthias Jaissle?

Derzeit immer wieder gehandelt wird Matthias Jaissle. Als ehemaliger Spieler der TSG Hoffenheim und des VfB Stuttgart (musste seine Karriere mit 25 Jahren verletzungsbedingt beenden) kann der zweifache Double-Gewinner mit RB Salzburg durchaus eine ansprechende Vita vorweisen. Doch aktuell besitzt er bei Saudi Pro League-Club Al-Ahli SFC einen noch bis Ende Juni 2027 laufenden Vertrag und soll dort ca. 11 Mio. Euro (!!) im Jahr verdienen. Hinzu käme bei vorzeitiger Vertragsauflösung eine satte Millionen-Abfindung.

Adi Hütter wurde von den Eintracht-Fans nach einem im TV abgebenen und kurz darauf gebrochenen „Bleibe-Versprechen“ 2021 satirisch als „Pinocchio“ karikiert. Foto: Sky

Schwierige Rückkehr von Hütter

Die ebenfalls in Frankfurter Medien diskutierte Rückkehr des von Monaco trotz Vertrags bis Juni 2027 freigestellten Adi Hütter, der im Juli 2021 (trotz TV-Zusage in Frankfurt zu bleiben), sehr zum Ärger der Fans nach Mönchengladbach wechselte, wäre ein Risiko. Die Glaubwürdigkeit Hütters ist bis heute in Frankfurt umstritten.

Oliver Glasner wurde in Frankfurt im Mai 2023 nach 10 sieglosen Spielen entlassen. Es soll in England aktuell 4,5 Mio. Euro pro Jahr verdienen. Foto: Moni Pfaff (Archiv)

Wie teuer wäre Oliver Glasner

Auch eine Rückkehr des im Mai 2023 in Frankfurt nach 10 sieglosen Spielen gefeuerten Oliver Glasner erscheint aufgrund dessen aktuellem Tätigkeitsfeld für Eintracht Frankfurt eine Nummer zu groß. Zwar läuft Glasners Vertrag beim englischen Premier League Club Crystal Palace zum Saisonende aus. Doch sein Jahresgehalt (ca. 5,3 Mio. Euro plus viele Boni/Quelle LAOLA1.at) erscheint für Eintracht Frankfurt aufgrund der bereits aufgelaufenen hohen Trainerkosten und der drohenden Europapokal-Abstinenz in der kommenden Saison nicht finanzierbar.

Erfolgreich und preisgünstig

Markus Krösche wird es bei der Suche nach einem Riera-Nachfolger also extrem schwer haben, denn einen weiteren Trainer-Flop kann sich der bislang so erfolgreiche Eintracht-Sportboss nicht leisten. Sein neuer Chefcoach muss Erfolge vorweisen können, um bei den sehr kritisch auf die Trainer-Thematik blickenden Eintracht-Fans von Beginn an akzeptiert zu werden.

Zudem muss der „Neue“ in ein finanzielles Budget passen, welches in der kommenden (wahrscheinlich Europapokal-freien) Saison auch aufgrund diverser personeller Fehlentscheidungen und der wahrscheinlich teuersten Trainer-Saison der Eintracht-Historie nur begrenzte Möglichkeiten vorsieht. jogo

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