Frankfurt (10.04.26). Ohne die Langzeitverletzten Profis Santos, Kristensen und Collins, sowie die erkrankten Doan und Baum wird Eintracht Frankfurt am kommenden Samstagnachmittag (Anstoß: 15.30 Uhr) das Bundesliga-Auswärtsduell beim abstiegsbedrohten Tabellenvorletzten VfL Wolfsburg bestreiten. In einer nur etwa 15 Minuten dauernden Pressekonferenz versuchte Eintracht-Chefcoach Albert Riera Optimismus zu versprühen und erklärte wie er und sein Team nach zuletzt zwei sieglosen Spielen wieder drei Punkte gewinnen wollen.

So sieht Rieras Analyse aus
Gegentore hätte sein Team zuletzt immer in der letzten Phase eines Spiels kassiert. Dies hätte nicht an der Physis seiner Spieler gelegen, denn die sei gut. Es müsse nun auch gelingen in dieser Spiel-Phase wieder mehr Kontrolle über das Spiel zu gewinnen. Darüber habe man mit dem Team gesprochen und hoffe nun, dies schon im kommenden Spiel umsetzen zu können. „Ich sehe uns auf einem guten Weg, und darum lächle ich auch“, gab sich Riera optimistisch.

„Kein Spieler/Trainer ist wichtiger als Geschichte des Vereins!“
Erneut vermied es Riera über konkrete Spieler und/oder Aufstellungsvarianten zu berichten. „Alle Spieler sind wichtig und solange ich hier bin, lasse ich nicht zu, dass ein Spieler wichtiger als der andere gemacht wird“, konstatierte Riera, verbunden mit dem deutlichen Hinweis, dass kein Spieler oder Trainer wichtiger als das Team, der Verein und die Geschichte des Vereins sei.

„Bitte vertrauen Sie mir“
Auch auf die konkrete (positive) Nachfrage, wie er z.B. erreicht habe, dass Oscar Hojlund gegen Köln sein vielleicht bestes Spiel im Eintracht-Trikot abgeliefert und vor allem bislang nicht gezeigte offensive Qualitäten abgerufen habe, holte Riera weit aus. Auf jeder Position sei die Konkurrenz groß und derjenige, der am besten trainiere würde bei ihm spielen.
„Bitte vertrauen Sie mir. Ich verlange sehr viel beim Spiel mit und gegen den Ball. Und Oscar hat das verstanden und richtig gemacht. Er hat angegriffen und verteidigt“, lobte er den Dänen, um sofort klarzustellen, dass auch dies nur eine Momentaufnahme sei und der Konkurrenzkampf auf allen Positionen weiterginge.
„Darüber mache ich mir Sorgen“
Über unzufriedene Spieler aufgrund fehlender Einsatzzeiten (zuletzt fehlte z.B. Götze im Mainz-Spiel-Kader und Uzun saß gegen Köln das gesamte Spiel über auf der Bank) macht sich Albert Riera dagegen „überhaupt keine Sorgen“. Wenn man einen Spieler, der nicht gespielt hat nach Spielschluss fragt, ob er zufrieden ist, ist doch klar, dass er nicht glücklich reagiert. Sorgen mache er sich allein darüber, wenn die von ihm eingesetzten Spieler die in ihnen übertragenen Aufgaben nicht erfüllen.
Worum geht’s in Wolfsburg?
Das Spiel gegen den seit 11 Spielen sieglosen VfL Wolfsburg, bei dem auch der zweite Trainerwechsel-Effekt schon wieder verpufft ist, wolle man gewinnen und „mit aller Macht Platz 7 verteidigen, um auch im kommenden Jahr wieder in Europa spielen zu können.“

„Wir haben den schöneren Druck“
Deshalb hätten am Samstag sowohl der VfL Wolfsburg (4 Punkte Rückstand auf Relegationsplatz 16/sechs Zähler auf Rang 15), als auch sein eigenes Team (2 Punkte Vorsprung auf Platz 8) Druck zu gewinnen. „Aber wir haben den schöneren Druck, und dass habe ich meinen Spielern mit auf den Weg gegeben.“, stellte Riera klar.
„Wollen Wolfsburg brechen“
Riera über den kommenden Gegner: „Wolfsburg spielt zu Hause, sie spielen gegen den Abstieg und diese Situation produziert Fehler, weil die Wolfsburger Spieler nicht ruhig im Kopf sind“. Und das müsse man aus Frankfurter Sicht ausnutzen. Riera vermutet, dass Wolfsburg die Eintracht in den ersten 20-30 Minuten „pressen“ werde. „Da müssen wir ruhig bleiben und versuchen Wolfsburg zu brechen. Das würde ich morgen gerne von meiner Mannschaft sehen“, verriet der Eintracht-Coach am Ende doch noch eine Taktik-Variante.
Was macht Pirmin Schwegler?
Am Samstag kommt es in Wolfsburg auch zu einem Wiedersehen mit Primin Schwegler, der am 10. Dezember 2025 von Eintracht Frankfurt (Leiter Profifußball) nach Wolfsburg wechselte und beim VfL nun als Sportdirektor arbeitet. Doch ob er seine Eintracht-Kenntnisse zum Vorteil seines neuen Arbeitsgebers einsetzen kann, darf bezweifelt werden, da er die „neuen Methoden“ des Toppmöller-Nachfolgers Albert Riera persönlich nicht mehr kennengelernt hat hat. jogo
Nachfolgender Link zur heutigen PK vor dem Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg:




Wenn man den Bericht liest, gewinnt man einen positiven Eindruck vom Trainer. Das Leistungsprinzip in den Vordergrund zu stellen ( wer am besten trainiert, spielt ) macht Sinn! Ob aber die Elf mit den besten Trainingseinheiten auch eine geschlossene Mannschaft stellen können, ist eher fraglich!
Ich tippe daher am Samstag auf ein 1:1, da es für Wolfsburg in jedem Spiel jetzt um alles geht.
Oder tendenziell zu einem Sieg von Frankfurt.
Der Kader von Wolfsburg umfasst 34 Spieler aus 14 Nationen. Bei Frankfurt sind es 28 Spieler aus ebenfalls 14 Nationen.
Wolfsburg bekommt es überhaupt nicht auf die Reihe aus dieser bunten Mischung eine Mannschaft zu formen. Da traue ich Riera mehr Durchsetzungsvermögen zu. Der Verein ist alles, Trainer und Spieler nichts, wird in Frankfurt deutlicher gelebt, als in Wolfsburg!
Riera scheint aber auf einem Weg zu sein, mit klaren Erwartungen und Forderungen zu der Spielweise seiner Spieler!
Ich bin gespannt, wohin der Weg auf längere Sicht führen wird.
Heute muss Riera liefern. Sonst schießen seine im Artikel gut zusammengefassten Argumente neben das Tor. Aber er hat Recht, dass kein Spieler, egal ob zufrieden oder nicht, über dem Verein steht.
Ich bin mal auf den Umbruch im Sommer gespannt. Und wer zum Saisonende schon an einen Wechsel denkt. Lasst uns heute genau hinsehen.
Bin heute über Transfermarkt.de auf diese Seite gestoßen. Sehr gut und sachlich zusammengefasste PK. Riera spaltet ja aktuell Fans und auch Medien. Aber ich bin mir sicher, dass Krösche an ihm festhalten wird und den Auftrag hat herauszufinden welches Potenzial in den Spielern (noch) steckt.