Wie bekommt Interims-Chefcoach Dennis Schmitt die Eintracht-Abwehr dicht? Collage-Fotos: Moni Pfaff
Frankfurt (22.01.2026). „So können wir nicht weitermachen“, lautete die Begründung von Eintracht-Sportchef Markus Krösche für die überraschende Entlassung seines Cheftrainers Dino Toppmöller. Der Sportvorstand erhoffte sich von dem eingesetzten Interims-Trainer-Duo Dennis Schmitt (U21) und Alexander Meier (U19) „neue Impulse“. Schmitt wiederum kündigte in selbstbewusster Art das „Drehen verschiedener Stellschrauben“ an. Doch auch beim wichtigen Champions-Auswärtsspiel gegen Qarabag Agdam erlebte die Eintracht-Horror-Serie des Jahres 2026 (jeweils drei Gegentore pro Spiel) mit einer 2:3-Niederlage eine weitere Episode. Dem „3:3, 2:3, 3:3-Toppöller-Aus“ folgte in Baku das „3:3. 2:3, 3:3, 2:3-Champions-League-Raus“!
Erneut eine Führung verspielt
Trotz Treffern von Uzun zum 1:1 und einem von Chaibi verwandelten Handelfmeter zur 2:1-Führung, kassierten die „Adler“ in den letzten Spielminuten zunächst den Ausgleich durch Duran (80.) und kurz vor Abpfiff das zum CL-Aus führende 2:3 von Mustafazada (90+4).
Wie schon gegen Dortmund, in Stuttgart und Bremen verspielten die weiterhin verunsichert wirkenden Eintracht-Profis auch gegen Qarabag Agdam eine Führung und stellen nach diesem Spieltag zusammen mit dem bislang sieglosen CL-Tabellenletzten Qairat Almaty mit jeweils 19 Gegentreffern die schlechteste Abwehr der Königsklasse. Durch diese Niederlage erleben die Eintracht-Fans am kommenden Mittwochabend (Anstoß: 21.00 Uhr) ein sportlich bedeutungsloses letztes CL-Heimspiel gegen die Tottenham Hotspurs.

Historisch negative Europa-Bilanz
In der Bundesligasaison 2025/26 stellt Eintracht Frankfurt – zusammen mit Heidenheim – mit 39 Gegentoren nach dem 18.Spieltag die schlechteste Abwehr. Auch international bedeuten 59 Pflichtspiel-Gegentore laut dem TV-Sender SKY den aktuellen Negativ-Höchstwert in den Top-5-Ligen Europas. In der kompletten Vorsaison kassierte die damals ebenfalls international aktive Eintracht insgesamt 65 Gegentreffer.
Weiter offene „Qualitäts-Frage“
Nach 30 Gegentoren in 15 Bundesligaspielen stellte Ex-Trainer Toppmöller klar: „Wir haben Qualität in der Abwehr“. Nach weiteren 3×3 Gegentoren war sein Job in Frankfurt beendet. Auch Markus Krösche und Interims-Chefcoach Schmitt verwiesen in verschiedenen Kommentaren auf vorhandene Abwehrqualität. Doch auch in Baku fielen die Gegentore erneut durch individuelle Fehler in der Defensive. Speziell die von Schmitt aufgestellte Fünfer-Kette mit Kristensen und Collins auf der rechten Abwehrseite erwies sich als taktischer Fehler, weil speziell Kristensen zu oft die defensiven Aufgaben vernachlässigt und Collins weiterhin in einer Formkrise steckt. Personelle Umstellungen im defensiven Mittelfeld (z.B. Brown auf die 6 und dafür Theate in einer Viererkette wieder links außen) sollten zumindest einmal diskutiert werden.

Wo ist Krösches Trainer-Plan B?
Sehr überraschend kommt die Ankündigung von Eintracht-Sportchef Markus Krösche nach der Baku-Pleite, wonach beim kommenden Heimspiel gegen die TSG-Hoffenheim, erneut Dennis Schmitt und Alexander Meier als Interims-Lösung auf der Trainerbank sitzen werden. Eigentlich sollte zu diesem Zeitpunkt bereits Klarheit über die Toppmöller-Nachfolge herrschen. Wann der neue Cheftrainer kommt, ließ Krösche offen.
Es überrascht, dass der bislang hochprofessionelle und souveräne Eintracht-Sportdirektor vor der überraschenden Entlassung Toppmöllers offenbar keinen „Trainerplan B“ in der Tasche hatte und bislang auch der designierte „Favorit“ Marco Rose noch nicht unterschrieben hat. Es wird spekuliert, dass der bei RB Leipzig bis Ende dieser Saison unter Vertrag stehende, aber freigestellte Rose von seinem Club bislang keine Freigabe zu finanziell akzeptablen Bedingungen erhalten haben soll.
Entlassungsgrund für Marco Rose
Marco Rose wiederum ist bei den Eintracht-Fans nicht nur wegen seines Engagements bei „unbeliebten“ RB-Imperium umstritten. Sportlich gesehen gelangen Rose mit RB 70 Siege in 125 Spielen, bei 33 Niederlagen und 22 Unentschieden. Unter seiner Regie war Leipzig extrem heimstark. So starte er seinen Job bei den Sachsen mit 7 Heimsiegen in Folge. Seine eher schwache Auswärtsbilanz (am Ende 6 Auswärts-Niederlagen in Folge) war im März 2025 ein entscheidender Faktor für seine Entlassung.
Gelingt Krösche der Alonso-Coup?
Sollte allerdings nicht Marco Rose, sondern ein Verhandlungspoker mit dem bei Real Madrid entlassenen Xabi Alonso der Grund für die verzögerte Verpflichtung des neuen Cheftrainer sein, hätte Markus Krösche (fast) alles richtig gemacht. jogo




Welcher Trainer will sich das antun, diese Truppe aktuell zu übernehmen? Krösches Geschäftsmodell scheint sich zu rächen. Die einzigen Spieler mit Eiern und Eintracht DNA sind aktuell Kritensen und Brown. Wenn sich eine Trainerentlassung abzeichnet, muss man sich doch sofort Gedanken über einen Nachfolger machen. Und die Eintracht braucht dringend einen neuen Abwehrboss, einen Typen der organisiert und auch mal laut wird.
Danke für diesen inhaltlich sachlichen Artikel und auch Kompliment für die coole Collage. Wenn alle Eintracht-Profis so brennen würden wie Kristensen auf dem Foto, hätten die Gegner auch wieder mehr Respekt vor uns.
Und tatsächlich sollte der leider viel zu schnell als „Interims-Trainer“ abgewertete Schmitt einfach mal taktisch was ändern. Theate ist hinten zentreal falsch, war aber ein guter Linksverteidiger. Also warum sollte Supertalent Brown nicht hinten zentral vor der Abwehr spielen und seinen „Best Buddy“ Uzun mit Bällen füttern. Der wendige Kalli würde sich ganz vorne sicher auch über einen technisch feinen Spielaufbau freuen. Haben Sie Mut, Herr Schmitt. SIE haben aufgrund des „Übergangs-Zertifikats“ nichts zu befürchten und können nur mit neuen Ideen gewinnen.