Nach 121 Spielen auf der Eintracht-Bank und zuletzt 39 Gegentoren in 18 Bundesligaspielen ist Dino Toppmöller seit heute seinen Job bei Eintracht Frankfurt los. Foto: Moni Pfaff
Frankfurt (18.01.2026). Die Spekulationen bezüglich der Zukunft von Dino Toppmöller haben ein Ende. Der 45-jährige Fußballlehrer wurde heute offiziell von seinen Aufgaben „freigestellt“, sprich gefeuert. Toppmöller löste im Juli 2023 seinen Vorgänger Oliver Glasner ab, holte seither in 121 Spielen im Schnitt 1,51 Punkte und führte Eintracht Frankfurt als erster Trainer der Vereinsgeschichte über Bundesliga-Platz 3 in die Champions-League. Nur ein Sieg (1:0 gegen den FC Augsburg) in den letzten 8 Pflichtspielen (4 Niederlagen / 3 Unendschieden) und 39 Gegentore nach 18 Bundesligaspielen – davon 9 in den letzten Partien gegen Dortmund (3:3), Stuttgart (2:3) und in Bremen (3:3) – kosteten ihn schlussendlich seinen Job „im Herzen von Europa“.

„So können wir nicht weitermachen“
Ausschlaggebend für diese überraschend spontan erfolgte Reaktion war offensichtlich die extreme Verärgerung von Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche, dessen Apelle nach Stabilisierung des Abwehrverhaltens mehrfach tatenlos verhallten. Entsprechend hart und deutlich fiel deshalb auch Krösches Kritik nach dem 3:3 in Bremen aus. „Es ist immer das Gleiche. Die Leistung war von Anfang bis Schluss nicht da. Es war ein schlechtes Spiel von uns. So können wir nicht weitermachen!“ Spätestens nach dieser Aussage war Toppmöller extrem angezählt.

Positive Impulse kamen zuletzt nur noch von den Neuzugängen
Neben den statistischen Fakten muss sich Dino Toppmöller auch die Kritik gefallen lassen, seit Saisonbeginn keinen einzigen Spieler mit Ausnahme von Brown spielerisch und leistungsmäßig verbessert zu haben. Die Formkurve vieler Eintracht-Profis, speziell Koch, Theate, Larsson, Chaibi, Skhiri und Collins, zeigten klar nach unten. Positive Impulse setzen zuletzt fast ausschließlich die Neuzugänge, wie Ebnoutalib (Tor gegen Dortmund), „Jupp“ Amaimouni-Echghouyab (Tor in Stuttgart/Last Minute-Assist in Bremen) und Kalimuendo (Tor in Bremen/Assist gegen Dortmund).
Verhängnisvolles Toppmöller-Zitat
Ebenso dürfte Dino Toppmöller seine verbale Einschätzung auf der Pressekonferenz vor dem Dortmund-Heimspiel zum Verhängnis geworden sein, als er nach zuvor 30 Gegentoren in 15 Bundesligaspielen klarstellte: „Wir haben Qualität in der Abwehr“. Dass diese „Qualitäts-Abwehr“ daraufhin weitere 9 Gegentreffer in drei Ligaspielen kassierte, auch aufgrund von katastrophalen Schwächen im defensiven, Mittelfeld kostete ihm letztendlich den Job.

Wer wird neuer Eintracht-Trainer?
Das CL-Auswärtsspiel am kommenden Mittwoch beim 8 Plätze und 3 Punkte besseren Team von Qarabag Agdam werden U21-Trainer Dennis Schmitt und U19-Coach Alexander Meier auf der Bank verantworten. Vor dem nächsten Bundesliga-Heimspiel gegen den aktuellen Tabellendritten TSG Hoffenheim soll ein neuer Chefcoach vorgestellt werden. Es deutete vieles daraufhin, dass dies Marco Rose sein wird, der zuletzt RB Leipzig trainierte. Auch Namen wie Roger Schmidt und Edin Terzic werden in Medien immer wieder diskutiert.
Wie teuer wäre Xabi Alonso?
Der Wunschkandidat vieler Eintracht-Fans wäre allerdings der gerade arbeitslose Xabi Alonso, dessen Jahres-Gehalt bei Real Madrid laut „Sport Illustrated“ bei 8 Millionen Euro gelegen haben soll. Dino Topmöllers Gehalt wird auf jährlich 1,5 bis 2,5 Millionen Euro geschätzt. Allein wegen der PR-Wirksamkeit könnte sich ein derartiger Transfercoup – neben der unbestrittenen sportlichen Qualität Alonsos – lohnen.

Viel Häme zum Toppmöller-Aus
Nach dem Spiel im Bremen bis zur offiziellen Verkündung der Freistellung des Eintracht-Trainers gab es in den sozialen Medien viel Häme gegenüber Toppmöller. Auch am Waldstadion hatten „Fans“ ein hier abgebildetes Banner mit fragwürdigen Titulierungen platziert. Am Samstagabend bis tief in die Nacht hinein jagte eine Fake News die andere. Als Trainer-Kandidaten wurden in den mehr oder weniger guten „Fakes“ unter anderem Namen wie Friedhelm Funkel gepostet.
Schnelle Reaktionen erforderlich
Aufgrund der aktuellen sportlichen Situation (18 Spiele/Platz 7/27 Punkte) sind die kommenden beiden Heimspiele gegen Hoffenheim (17 Spiele/Platz 3/33 Punkte) und Leverkusen (17 Spiele/Platz6/29 Punkte) für Eintracht Frankfurt von enormer Wichtigkeit um nicht vorzeitig den Anschluss an die „internationalen Plätze“ zu verlieren. Deshalb muss nun schnell auf die Entlassung Toppmöllers reagiert werden und ein (erfahrener) Trainer gefunden werden, der ohne Eingewöhnungszeit Erfolg hat. Der einzig dafür Geeignete wäre wohl Xabi Alonso. jogo



