Nach der 0:3-Niederlage gegen Bayern München und 16 Liga-Gegentoren in 6 Liga-Spielen herrscht bei Eintracht Frankfurt Ratlosigkeit. Foto: Moni Pfaff
Frankfurt, 09.10.2025. Aktuell fällt es auch Journalisten schwer über Eintracht Frankfurt zu berichten. Der Rückfall in der Bundesliga auf Rang 7 (9 Punkte aus 6 Spielen), das Torverhältnis von 17:16 und die Art und Weise wie seit dem 3:1-Auswärtssieg am 2 Spieltag gegen die TSG Hoffenheim in der Bundesliga und Champions League (mit Ausnahme des glanzvollen 5:1-Heimerfolgs gegen Galatasaray Istanbul) Fußball gespielt wurde, geben Rätsel auf.
Schlechteste Abwehr der Liga
Speziell das Abwehrverhalten muss den sportlich Verantwortlichen Sorge bereiten. Mit 16 Gegentoren stellt Eintracht Frankfurt aktuell die schlechteste Abwehr der Liga und 16 Gegentore nach 6 Spielrunden sind historisch gesehen zudem das schlechteste Ergebnis der Eintracht-Bundesligageschichte.

14 Gegentore seit Kristensen-Ausfall
Fakt ist, dass nach dem guten Saisonstart mit 2 Erfolgen gegen Bremen (4:1) und in Hoffenheim (3:1) und dem frühen verletzungsbedingten Ausfall von Kristensen in Leverkusen (1:3) insgesamt 14 Gegentore fielen. Dies mag ein Hinweis darauf sein, dass der Abwehr-Kader – auch nach dem Abgang von Tuta – nicht genügend Qualität aufweist.

Koch und Theate unsicher
Fakt ist aber auch, dass speziell Leistungsträger Kapitän Koch und Routinier Theate seit Wochen unterdurchschnittlich performen und Neu-Nationalspieler Collins, nach seiner Auswechslung in der Nationalmannschaft das Selbstvertrauen verloren hat.

Riskantes Torwart-Wechselspiel
Und auch auf die Besetzung im Eintracht-Tor muss man aktuell kritisch blicken. War es richtig, den in den ersten drei Ligaspielen gut performenden Neuzugang Michael Zetterer bereits gegen Union Berlin durch den gerade aus seiner Verletzung zurückkehrenden Kaua Santos zu ersetzen? Das große Torwart-Talent Santos kassierte in drei Ligaspielen insgesamt 11 (!) Gegentore und beim 1:5 gegen Atletico Madrid fünf weitere. Auch wenn man objektiv gesehen Kaua Santos keine krassen Torwartfehler attestieren muss, wirkte der 22-Jährige zuletzt zunehmend nervöser und ist – wie Kapitän Koch – aktuell nicht der notwendige Ruhepol in der Eintracht-Abwehr. Man läuft Gefahr das Santos im Zuge dieser Gegentorflut sein Selbstvertrauen verliert.

Folgen Toppmöllers Worten Taten?
Und auch Cheftrainer Dino Toppmöller, der sich auf Pressekonferenzen stets eloquent ausdrückt, muss nach seinen teilweise drastischen Formulierungen, z.B. nach dem „Bock auf drei Punkte“ und Forderungen nach „Kämpfen, Kratzen und Beißen“ wieder Taten seiner „Jungs“ auf dem Platz folgen lassen. Diese ließen diese geforderten emotionalen Tugenden zuletzt vermissen und Toppmöllers „Verbal-Keulen“ damit verpuffen.

Sturm-Physis statt Eleganz
Toppmöller muss sich zudem fragen, warum er im Sturm seinem vielleicht physisch stärksten und international erfahrensten Stürmer Michy Batshuayi weiterhin überwiegend auf der Bank schmoren lässt. Zwar stellt die Eintracht mit 17 Toren, die hinter Bayern München (25) aktuell zweitstärkste Liga-Offensive, doch gegen internationale Topclubs, wie Atletico Madrid (1:5) oder Bayern München (0:5) wirken der immer wieder eingesetzte Supertechniker Bahoya und speziell der enttäuschende Wahi teilweise physisch überfordert. Lediglich Burkhardt konnte seine nicht wenigen Kritiker im Laufe dieser Saison eines Besseren belehren und zeigte auch gegen Bayern München einen beherzten Auftritt.
Erst Freiburg, dann Liverpool
Gelegenheit zur Umkehrung des aktuell negativen sportlichen Trends hat Eintracht Frankfurt nach der Länderspielpause am Sonntag, den 19. Oktober (Anstoß: 15.30 Uhr) beim Tabellennachbarn SC Freiburg (8 Punkte/Platz 8), bei dem man zum Ende der letzten Saison 3:1 gewonnen und sich Last-Minute für die Champions-League qualifiziert hat. Speziell Neuzugang Doan dürfte gegen seinen Ex-Club besonders motiviert sein.
„Der Respekt darf nicht zu groß sein!“
Bereits drei Tage später gastiert mit dem FC Liverpool der 20-fache Englische Meister und sechsfache Königsklassen-Gewinner FC Liverpool im Waldstadion, in dem die Eintracht erneut als klarer „Underdog“ aufläuft. „Wenn Du Underdog bist, musst du auch so spielen. Underdogs rennen, kämpfen, kratzen und beißen“, erklärte bekanntlich Toppmöller im Rahmen der Pressekonferenz vor dem Bayern-Spiel und erwartete – leider vergeblich – auch eine bessere „Verteidigungseffizienz seines Teams.
Das Duell gegen die „Reds“ wird für Dino Toppmöller zum zweiten Prüfstein seiner verbalen Ansprache und auch seiner Trainer-Cleverness. jogo



