„Es gibt keine Revolution!“

Frankfurt (07.05.26). Nach Hamburg ist vor Dortmund. Noch spürbar angefasst von der 1:2-Heim-Niederlage gegen den Hamburger Sportverein, einer indiskutablen Leistung seiner Mannschaft, dem Abrutschen auf Tabellenrang 8 und der entsprechenden Medienkritik, stellte sich Albert Riera einen Tag vor dem Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund (8.Mai/Anstoß: 20:30 Uhr) auf der Pressekonferenz diesmal geduldig und beherrscht den Fragen der zahlreich anwesenden Medienvertreter/innen. 

Statistiken kann man brechen

Dass Eintracht Frankfurt in den vergangenen 29 Partien nur zweimal in Dortmund gewinnen konnte, interessiert den von vielen Fans angezählten Spanier nicht. Statistiken könne man brechen. Man wolle sich nur auf Dinge konzentrieren, die man selbst kontrollieren kann. Gegen Dortmund käme es primär auf eine gute Defensive an.

„Sind noch ehrlicher gewesen“

„Wir waren gegen Hamburg nicht kompakt genug, mit und gegen den Ball“, gab Riera zu und erklärte, dass er und sein Team diese Woche an diesen Schwächen gearbeitet hätten. Die Tage nach der Hamburg-Pleite seien schwer gewesen. Es habe deshalb eine Aussprache gegeben. „Wir sprechen immer ehrlich miteinander, aber diesmal war die Aussprache noch ehrlicher“, konstatierte der Chefcoach. Die daran anschließenden Trainingseinheiten seien „sehr gut“ verlaufen.

Albert Riera sieht vor dem Dortmund-Spiel speziell seine Führungsspieler, wie Kampitän Koch (re.) in der Pflicht. Foto: Moni Pfaff

„Müssen bereits sein zu leiden“

Um in Dortmund bestehen zu können, „müssen wir bereit sein zu leiden“, stellte Riera klar. Da sein Team sehr jung sei, müssten nun die erfahrenen Spieler gegen den Tabellenzweiten vorangehen. Es mache keinen Sinn verärgert „die Tür zu zuknallen“. Man muss aus den Fehlern lernen und dafür haben man in einem „Top-Training“ intensiv gearbeitet. Seine Überschrift vor dem Dortmund-Duell lautet deshalb: „Ein Teamspiel“.

Albert Riera fordert von seinem jungen Team aus Fehlern zu lernen und deren Bereitschaft zum Leiden. Foto: Moni Pfaff

Es gibt keine „Revolution“

Nachdem Albert Riera vor dem Hamburg-Spiel vehement klargestellt hatte, dass er nur Spieler einsetzen werde, die bereit sind 100 Prozent auf dem Platz zu geben, scheint die vielfache „Nichtleistung“ zahlreicher Eintracht-Stars gegen Hamburg wohl dennoch keine spürbaren Konsequenzen zu haben. „Es wird keine Revolution geben“, konstatierte der eine Woche zuvor so kompromisslos aufgetretene Cheftrainer.

„Es ist meine Verantwortung den Verein zu schützen“. Foto: Moni Pfaff

„Es lag nicht am fehlenden Willen“

Er könne garantieren, dass kein Spieler auflaufen werde, der keinen Willen für den Erfolg zeige. „Diese Botschaft gilt bis zum letzten Tag, denn das ist meine Verantwortung“, stellte Rierta klar. Nach seiner Auffassung hätte die Hamburg-Pleite aber nicht an mangelndem Willen oder fehlender Motivation einzelner Spieler gelegen. „Ja, die Leistung war nicht gut. aber es liegt nun an mir persönlich, diesen Verein und die Fans zu schützen und dafür zu sorgen, dass alle Spieler das Maximum geben.“

„Es geht hier nicht um mich“

Die vielen kritischen Medienberichte um seine Person erzeugen beim diesmal sehr geerdet wirkenden Spanier keinen Druck, denn es ginge nicht primär um ihn selbst. Es sei normal kritisiert zu werden, wenn man nicht gewinnt. Vier von 12 gewonnene Spiele und viermal Unentschieden seien nicht genug. Und deshalb müsse er jetzt dafür sorgen, dass Eintracht Frankfurt die beiden letzten Saisonspiele gewinnt. „Dafür und bis zum Schluss gebe ich mein Bestes. Das kann ich den Fans versprechen!“

Vermutlich letzte Euro-Chance

Am Freitagabend besteht für Eintracht Frankfurt (43 Punkte/Tordifferenz: -3) die Chance sich zumindest für einen Tag wieder auf Rang 7 vorzuarbeiten, da die Konkurrenz aus Augsburg (40/-14) erst am Samstag (Heimspiel gegen Gladbach) und Freiburg (44/-8) am Sonntag (beim HSV) antritt. Aufgrund des Heim-Remis des FC Bayern gegen PSG und der Niederlage von Atletico Madrid in der Champions-Leage ist die Chance, dass Rang 7 für ein Europa League-Ticket reicht, wieder gestiegen.

Freiburg als Gegner und Helfer

Dabei könnte ausgerechnet Hauptgegner SC Freiburg zum Eintracht-Helfer werden, wenn der Sportclub heute Abend mit einem Sieg gegen Sporting Braga in das Europa League-Finale einzieht (Hinspiel: 1:2) und zeitgleich Rayo Vallecano (Hinspiel: 1:0) bei Racing Straßburg ausscheidet. Dann würde Deutschland Spanien im UEFA-Ranking Spanien überholen und bekäme einen weiteren Champions League-Platz. jogo

Nachfolgender Link führt zur Aufzeichnung der heutigen Pressekonferenz mit Albert Riera.

https://tv.eintracht.de/video/pressekonferenz-vor-dortmund-originalton-177383

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Kommentare anzeigen (2)
  1. Letztlich mussten alle drei Trainer (-Teams) das ausbaden, was Krösche und die anderen Verantwortlichen vor der Saison versäumten. Es geht um die defensive (In-) Stabilität. Hier wurde zu wenig bis gar nichts investiert. Das fängt bei der Torhüterposition an, obwohl Michael Zetterer für nicht wenig Geld aus Bremen geholt wurde. Er sollte aber nur solange die Lücke schließen bis Kaua Santos nach seiner Verletzung wieder fit werden sollte. Dies ging absolut nach hinten los. Die Eintracht hatte in der Vergangenheit absolute Top Leute als Nummer 1, auf und neben dem Platz.
    Die Abwehr konnte zuletzt nie in einer eingespielten Formation agieren. Verletzungen und Formdellen zeigten hier eigentlich Nachholbedarf.
    Man glaubte, mit Amenda, den die Eintracht eigentlich loswerden wollte, diese Not zu beheben, redeteten ihn stark. Augenwischerei, mehr nicht.
    Über den fehlenden Sechser wurde ausgiebig geschrieben und geredet. Einen geholt hat man nicht. Dafür war man in der Offensive fleißig am Rekrutieren, spätestens nach den Verletzungen im Sturm, z.B. als Burkardt ausfiehl. Seine Anfälligkeit war aber auch jedem bekannt. Hinzu kam der Verschiebebahnhof, in dem die Trainer, auch Dino, die Spieler taktisch einengten als zur Entfaltung kommen ließen. Zu guter Letzt noch der kommunikationsschwache Albert aus Manacor, der es sich mit allen verscherzte (auch mit Hartmut Scherzer?).
    Ich hatte von Anfang meine Befürchtungen, eine Struktur und eine Spielidee erkannte ich nie.
    Es wird so kommen wie befürchtet. Null Punkte und Platz 9 oder gar 10.
    Erinnert mich an die Rückrunde der Schande.

  2. Wie ich schon am 17.April hier geschrieben habe. Der SC Freiburg ist unser „internationaler“ Freund. National aber unser Gegner. Wie ärgerlich das 1-2 gegen den HSV ist, wird sich wahrscheinlich am Saisonende zeigen, wenn Platz 7 zur Europa League reichen sollte und wir auf Rang 8 oder 9 landen. Riera glaube ich nichts mehr. Dass er nach der HSV-Niederlage nicht personell reagiert ist enttäuschend. Von einem „Diktator“ erwartet man auch mal eine „Revolution“.

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