Frankfurt (06.04.26). Die Profis von Eintracht Frankfurt spielten am vergangenen Ostersonntag über eine Stunde lang das wohl beste Spiel in diesem Jahr, legten sich nach einer wohl zu überschäumend gefeierten 2:0-Führung und einem verlorenen „Auswechsel-Duell“ des Eintracht-Trainers zwei faule „Ostereier“ ins eigene Netz und entfachten damit eine Fan-Diskussion, die sich einzig und allein um die Person Albert Riera dreht.

Die Startaufstellung
Basierend auf einer wieder vom in Mainz gesperrten Kapitän Koch geführten Abwehr waren diesmal Doan, Højlund und Larsson für den Spielaufbau zuständig, bei eigenem Ballbesitz ergänzt vom linken Schienenspieler Brown. In der Offensive wurde Mittelstürmer Burkardt von den Flügelstürmern Knauff (rechts) und Kalimuendo (links) unterstützt.

Die Spielanalyse
Von Beginn setzten die Eintracht-Profis klar erkennbar die von ihrem Trainer in der Vorab-Pressekonferenz eingeforderten Tugenden („Tempo/Dynamik“, „mehr freie Räume finden“) erfolgreich um. Insbesondere Højlund überraschte in einer offensiveren Mittelfeldrolle positiv und Kalimuendo konnte auf dem linken Flügel mehrfach seine 1:1-Gefährlichkeit zeigen. Lediglich Doan fremdelte erneut mit seiner Position in zentraler Position.

Starker Keeper Zetterer
Auch SGE-Keeper Zetterer – der zweimal gegen die frei vor ihm abschließenden Kaminski (41.Spielminute) und El Mala (81.) rettete – muss nach diesem Spiel positiv erwähnt werden.
Dass derzeit schon wieder Diskussionen über Kaua Santos und die Torwartfrage in der kommenden Saison geführt werden, hat Michael Zetterer nicht verdient.

Zwei tolle Stürmertore
Für viel Beifall am Ostersonntag sorgten auch die beiden Stürmertore von Burkardt zum 1:0 (66.) nach feiner Vorarbeit vom „Joker“ Chaibi (für Højlund und 2:0 durch Kalimuendo (69.), nach einem Strafraum-Dribbling von Amaimouni-Echhouyab, der wie Chaibi in der 55. Minute für Knauff eingewechselt worden war.

Späte Wechselduelle verloren
So wirkungsvoll dieses erste Wechselfenster von Albert Riera genutzt wurde, so schlecht wirkten sich die folgenden Wechsel beider Teams für die Heimmannschaft aus. Während Kölns „Joker“ Castro-Montes auf Vorlage des ebenfalls eingewechselten Bülter den 2:2-Ausgleichstreffer markierte (83.), verlor der in der 67. Minute für Doan gekommene Mario Götze vor beiden Kölner Treffern im Mittelfeldzweikampf den Ball.
Götze patzt – Larsson fälscht ab
Dass Larsson beim 2:1-Anschlusstreffer durch Kaminski (70.) den Ball unhaltbar für Zetterer abfälschte, verdeutlicht den aus Frankfurter Sicht tragischen Ausgang dieser Partie.
Riera zum Sündenbock gemacht
Nach Spielschluss hagelte es in den Eintracht-Foren heftige Kritik. Dabei ging es in den wenigsten Kommentaren um die individuellen Fehler der Eintracht-Profis (Götze, Theate, Koch), sondern hauptsächlich um Trainer Albert Riera, der zum „Sündenbock“ für die verlorenen zwei Punkte gemacht wurde.

„Am Boden liegenden Trümmerhaufen übernommen“
Dabei wurde Albert Riera erneut und teilweise völlig zurecht wegen seiner (diesmal bei DAZN) sehr extensiven und „vielwortigen“ Kommunikation kritisiert.
Anstatt individuelle Fehler klar anzusprechen und kurz und knapp daraufhin zu weisen, dass am Ende des Spiels auch durch von ihm selbst erfolgte taktische Anweisungen und Wechsel die Stabilität verloren gegangen ist, schlug der Spanier – völlig unnötig – den ganz großen Bogen in Richtung seines Vorgängers, von dem er „einen am Boden liegenden Trümmerhaufen“ übernommen habe. Solche „verbalen Fouls“ gehören sich nicht.
Unnötiges Götze-Thema
Auch seine bissige Verbalattacke auf die PK-Frage eines Journalisten, ob Mario Göttze nach seiner Kader-Verbannung gegen Köln wieder dabei sein würde („so eine Frage ist respektlos“) und seine Gleichsetzung des Weltmeisters von 2014 mit Dauerreservist Chandler war unprofessionell und zynisch.
Dass er den vor Spielbeginn ob seiner Vertragsverlängerung in einem „weltmännisch“ präsentierten Stadion-Video“ gefeierten „Weltmeister“, trotz offensichtlicher sportlicher Bedenken und mutmaßlich nur auf Druck von außen als „Joker“ einsetzte, wirkt alles andere als konsequent.
Kritik der Spieler wächst
Öffentliche Kommentare von Stürmer Burkhardt nach Spielschluß („Enttäuschend, wir haben total unsere Struktur verloren“) und Kritik über die eigene Situation („Es war gut, dass ich mal wieder eingebunden war, nachdem das zuletzt oft mal nicht der Fall war“) machen klar, dass es aktuell zwischen Trainer und Team nicht hundertprozentig stimmt.
Trainer UND Spieler müssen jetzt sofort abliefern
Trainer Albert Riera, trotz seiner erkennbaren Schwierigkeiten im Umgang mit Kritik jetzt allein zum „Sündenbock“ für die tatsächlich komplizierte Situation bei der Frankfurter Eintracht (Sportlich, Finanzen, anstehende Spielerwechsel) zu machen, erscheint der einfachste Weg zu sein. Ist dies aber auch der Beste?
Warum haben die aktuell von Fans kaum kritisierten Eintracht-Profis zuletzt unter Ex-Coach Toppmöller sogar noch schlechter performed als aktuell unter Riera? Könnte es nicht sein, dass einige bereits mit der Eintracht abgeschlossen haben?
Sechsmal genau hinsehen!
Trainer und Spieler sollten von den Offiziellen und Fans in den letzten 6 Liga-Spielen genau beobachtet werden. Wie reagiert Riera auf die neuerlichen Fehler, welche Vorgaben macht er und was liefern seine Spieler auf dem Platz ab? Nur wer jetzt – 6 Spieltage vor Saisonende – noch „Alles für Platz 7“ gibt, sollte auch in der kommenden Saison bei Eintracht Frankfurt Gehalt beziehen. jogo



