“Befreiter” Doan trifft zum 1:0-Sieg

Befreiungsschlag! Ristu Doan auf dem Weg zum Siegtreffer über Mainz 05. Foto: Victor van der Saar

Frankfurt, 10.11.2025. Spaß gemacht hat die Beobachtung des qualvoll errungenen 1:0-Heimsiegs der Frankfurter Eintracht gegen den 1.FSV Mainz 05 nicht. Eine erste Halbzeit, ohne Tore, ohne Spielwitz auf beiden Seiten, vielen Fehlpässen und nur einem (Mainzer) Torschuss. Es herrschte Ratlosigkeit auf den Rängen. Von der im Vorfeld von Eintracht-Trainer Toppmöller angekündigten „Freude auf das Derby“ und der Zielvorgabe zu zeigen wer „Herr im Haus ist“, war nichts zu sehen.

Historische Inaktivität

Und dennoch bekamen die 59.000 Fans im diesmal knapp nicht ausverkauften Waldstadion eine historisch einmalige erste Halbzeit geboten. Datenanbieter OPTA beschrieb das „6516. Bundesligaspiel“ seit der Datenerfassung in der Ligasaison 2004/2005, als Partie, bei dem in er 1.Halbzeit nur ein Schuss(!) aufs Tor abgegeben wurde.

Highlight eines tristen Duells: Ristus Doan versetzte vor seinem Tor seine Gegenspieler Widmer und Kohr auf engstem Raum. Foto: Moni Pfaff

Uzun fehlt an allen Ecken

Einmal mehr wurde deutlich wie wichtig Shootingstar Can Uzun im aktuellen Eintracht-Kader ist. Ohne den auf Bundesliga-Rang 3 hinter Harry Kane und Luis Dias (17 und 10 Punkte/beide FC Bayern) liegenden Eintracht-Topscorer (9 Punkte aus 9 Spielen) fehlt im Eintracht-Mittelfeld jedweder Spielwitz und die notwendige offensive Kreativität. Dass der inzwischen 33-jährige Uzun-Backup Mario Götze – wohl fitnessbedingt – erst nach 65 Minuten eingewechselt wurde und offensichtlich immer öfter an seine körperlichen Leistungsgrenzen zu stoßen scheint, zeigt die personelle Misere überdeutlich. Weder Chaibi noch Larsson (beide zur Halbzeit gegen Bahoya und Skhiri ausgewechselt) sind bislang im Stande kreative Akzente zu setzen und Torgefahr auszustrahlen. Auch wenn Toppmöller die regelmäßigen Auswechslungen oder Startelfpausen von Uzun mit „bewusster Steuerung“ erklärt, sollte spätestens nach dem Mainz-Spiel klar sein, dass ein körperlich fittet Uzun in die Startelf gehört.

Rasmus Kristensen (links) und Ritsu Doan nahmen sich zuletzt oftmals auf der rechten Außenbahn gegenseitig den Raum. Foto: Moni Pfaff

Problem Kristensen & Doan?

Sowohl Rasmus Kristensen, als auch Ritsu Doan gehören zu den erfahrenen Stützen des sehr jungen Eintracht-Kaders. Umso erfreulicher, dass der zuletzt wenig Torgefahr ausstrahlende japanische Nationalspieler Doan in der 80.Spielminute mit einer fantastischen Einzelleistung zunächst Mainz-Kapitän Widmer und Ex-Eintracht-Profi Kohr auf engsten Raum versetzte und mit einem platzierten Linksschuss den Siegtreffer erzielte. Dass dies ausgerechnet unmittelbar nach der zuvor erfolgten Auswechslung seines „Außenbahn-Partners“ Kristensen erfolgte, mag ein Zufall sein. Dennoch fällt auf, dass der sehr offensiv ausgerichtete rechte Defensivmann Kristensen, dem offensiven rechten Flügelspieler Doan seit einigen Spielen quasi „auf den Füßen steht“ und ihm vielleicht genau jenen Raum nimmt, den der antrittsschnelle Japaner für seine Offensivaktionen benötigt.

Sollte Doan nach den Partien der vielen Gegentore (6:4 und 2x 1:5) die Trainerorder erhalten haben, auch nach hinten arbeiten zu müssen, sollte ihm diese Bürde zukünftig wieder abgenommen werden.

Hauptsache gewonnen! Für Mainz gab es in Frankfurt nichts zu holen. Foto: Moni Pfaff

Wichtige „binäre“ Punkte

Nach 29 Gegentoren in 11 Pflichtspielen, kassierte Eintracht Frankfurt in den letzten drei Partien in Heidenheim (1:1), Neapel (0:0) und gegen Mainz (1:0) lediglich einen Gegentreffer. Diese binäre Zahlenreihe stoppte in der Champions-League die Auswärtsschwäche, bedeutete die Bundesliga-Sprung auf Rang 7 (17 Punkte nach 10 Spielen) und war mit Blick auf die Spieltags-Siege von Stuttgart (Platz4/21 Punkte), Leverkusen (5/20) und Hoffenheim (6/19) ergebnistechnisch sehr wichtig.

Warum dieser Heimsieg über einen leistungsmäßig schwach wirkenden Tabellenvorletzten (5 Punkte aus 10 Spielen) derart schwergefallen ist, und warum aktuell die offensiven Spielideen fehlen, muss bei den Eintracht-Verantwortlichen in der Länderspielpause intensiv analysiert werden,

„Topspiel“ beim 1.FC Köln

Schon am Samstag, den 22.November (Anstoß: 18.30 Uhr) sind die Augen der deutschen Fußballfans auf das Topspiel der Eintracht gegen den 1.FC Köln (Platz 9/14 Punkte) gerichtet. Der Bundesliga-Aufsteiger hat in dieser Saison erst 2 seiner 5 Heimspiele gegen Freiburg und den HSV jeweils mit 4:1 gewonnen und verlor zuletzt das traditionelle Rhein-Derby gegen Borussia Mönchengladbach. jogo

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